2 Oktober 2026

25 Jahre Swissair-Grounding

„Aus finanziellen Gründen ist die Swissair nicht mehr in der Lage, Ihre Flüge durchzuführen“: Diese Lautsprecherdurchsage am Flughafen Zürich vom 2. Oktober 2001 hat in der Schweiz ein nationales Trauma ausgelöst. Die Swissair war am Boden.

Seit Stunden hatten mehrere tausend Passagiere an diesem Dienstag schon am Flughafen Kloten ausgeharrt. Auf der ganzen Welt waren es insgesamt rund 20’000 Reisende, die auf ihre Flüge warteten, das Gepäck bei vielen schon eingecheckt. Doch auf der Anzeigetafel stand bei allen Swissair-Verbindungen während Stunden nur „verspätet“.

Um 15.45 Uhr informierte die Swissair schliesslich die Medien – damals noch per Fax. Sie werde den Flugbetrieb per sofort einstellen. Sie hatte keinen Treibstoff mehr kaufen können, so dass die 260 Maschinen am Boden bleiben mussten. Um 16.17 Uhr verkündete eine Flughafen-Mitarbeiterin schliesslich über Lautsprecher das Grounding des einstigen Nationalstolzes. Damit hatte trotz der bekannten Probleme des Unternehmens niemand gerechnet.

Der Anfang vom Ende war das Nein der Stimmberechtigten zum Europäischen Wirtschaftsraum EWR im Jahr 1992. Dies blockierte ein bilaterales Luftverkehrsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU). Die Swissair hatte damit keinen freien Zugang mehr zum europäischen Markt und musste sich neu orientieren.

Der damalige Konzernchef Philippe Bruggisser setzte sich zum Ziel, möglichst viele kleine Fluggesellschaften zu übernehmen, um die Swissair zu einer kritischen Grösse zu führen und das Problem des fehlenden Marktzugangs zu umgehen. Diese aggressive Kaufstrategie wurde ab 1997 offiziell „Hunter-Strategie“ genannt.

Doch die Jagd brachte der Swissair kein Glück. Denn die aufgekauften Fluggesellschaften, darunter die belgische Sabena oder die italienische Volare, waren nicht nur klein, sondern rentierten auch nicht. Die „Hunter-Strategie“ stürzte kläglich ab.

(text:sda/bild:keystone)