30 Mai 2024

Einbahnregime in Thun: „Teilaufhebung macht keinen Sinn“

Die Aufhebung des Einbahnregimes in der Thuner Innenstadt f├╝hrt zu einer Verschlechterung der Gesamtverkehrssituation. Dies zeige die vertiefte Pr├╝fung mit einer Verkehrssimulation, so die Stadt Thun. F├╝r den Praxistest, das heisst f├╝r die Durchf├╝hrung des Verkehrsversuchs, ist mit Kosten von 1,3 Millionen Franken zu rechnen. Die Entscheidkompetenz f├╝r die Durchf├╝hrung des Verkehrsversuchs f├╝r eine teilweise Aufhebung des Einbahnregimes liegt aufgrund der Kredith├Âhe beim Thuner Stadtrat. Das Parlament befindet am 13. Juni 2024 dar├╝ber.

Als Resultat des Forumsprozesses zur Verbesserung der Verkehrssituation am rechten Seeufer setzten der Kanton Bern und die Stadt Thun Anfang 2022 diverse Sofortmassnahmen um. Die Massnahmen wirkten positiv, die quantitativen Ziele wurden jedoch knapp nicht erreicht. Ende 2022 beschloss der Thuner Gemeinderat deshalb, den Lauitorkreisel zu optimieren und die versuchsweise Teilaufhebung des Einbahnregimes auf der westlichen Aarequerung (Allmend- und Kuhbr├╝cke) zu pr├╝fen. Dazu formulierte er Erfolgs- und Misserfolgskriterien. Um die Auswirkungen einer Teilaufhebung des Einbahnverkehrs m├Âglichst genau zu kennen, liess die Stadt ein Variantenstudium sowie eine Verkehrssimulation mittels Modellberechnungen durchf├╝hren. Die Ergebnisse zeigen, dass mit keiner der vier Varianten die Kriterien erreicht oder eingehalten werden. Die Verbesserung f├╝r den motorisierten Individualverkehr vom rechten Seeufer ist h├Âchstens minimal. Die negativen Auswirkungen auf das st├Ądtische Strassennetz sind gross. Die Simulationen zeigen, dass die teilweise Aufhebung des Einbahnregimes insgesamt zu einer Verschlechterung der Situation f├╝hrt und damit nicht zielf├╝hrend ist.

F├╝r die Durchf├╝hrung der versuchsweisen Teilaufhebung des Einbahnregimes ist mit Kosten in der H├Âhe von rund 1,3 Millionen Franken zu rechnen. Die hohe Summe ist unter anderem auf umfangreiche Baumassnahmen zur├╝ckzuf├╝hren. Miteingerechnet sind auch die R├╝ckbaumassnahmen bei einem Abbruch oder bei einem negativen Ausgang des Versuchs.

Der Thuner Gemeinderat informierte die Gemeinden Sigriswil, Oberhofen, Hilterfingen und Steffisburg ├╝ber die Ergebnisse der Pr├╝fung. Keine der angeschriebenen Gemeinden bef├╝rwortet die Durchf├╝hrung des Versuchs beim vorliegenden schlechten Kosten/Nutzen Verh├Ąltnis.

(text:pd&chl/bild:beo)