6 Mai 2026

Mann in der Schweiz positiv auf Hantavirus getestet

In der Schweiz ist ein Mann positiv auf das Hantavirus getestet worden. Es handelt sich um eine Person, die zuvor Passagier auf dem Kreuzfahrtschiff war, auf dem es zu mehreren Hantavirus-Fällen gekommen ist. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Fall in der Schweiz:

WAS IST GENAU PASSIERT?
Ein Mann, der von einer Kreuzfahrt in Südamerika zurückkehrte, wurde in der Schweiz positiv auf das Hantavirus getestet. Er wird derzeit im Universitätsspital Zürich behandelt, wo er umgehend isoliert wurde. Auf seinem Schiff, der „Hondius“, war es zuvor zu einem Ausbruch der Krankheit mit mehreren Todesfällen gekommen.

Die Ehefrau des Patienten war ebenfalls mit auf der Reise. Sie zeigt gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) bisher keine Symptome und hat sich vorsorglich in Selbstisolation begeben. Die kantonalen Behörden klären derzeit ab, ob der Patient während der Krankheitsphase Kontakt zu weiteren Personen hatte.

WIE GEHT ES DEM PATIENTEN?
Der Patient befinde sich in einem stabilen Zustand, teilte das Universitätsspital Zürich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Seit Eintritt ins Spital habe sich dies nicht verändert.

WARUM KONNTE DER MANN DAS SCHIFF VERLASSEN?
Der Mann befand sich nicht mehr an Bord, als der Ausbruch international bekannt wurde. Das in der Schweiz lebende Ehepaar war nach Angaben des BAG bereits Ende April von der Reise in Südamerika zurückgekehrt. Nach Angaben des niederländischen Schiffbetreibers Oceanwide vom Mittwochnachmittag bestiegen die beiden Schweizer die „Hondius“ am 1. April im argentinischen Ushuaia und verliessen es am 24. April im britischen Überseegebiet St. Helena. Das war, bevor das Schiff am 4. Mai nicht wie geplant in Kap Verde anlegen durfte, und die Passagiere nicht mehr von Bord durften. Erst nachdem der Mann Krankheitssymptome bemerkt hatte, begab er sich nach telefonischer Absprache mit seiner Hausärztin zur Abklärung ins Universitätsspital Zürich.

WAREN WEITERE SCHWEIZERINNEN UND SCHWEIZER AUF DEM SCHIFF?
Nach aktuellem Kenntnisstand des BAG und der Reederei befanden sich keine weiteren Schweizer Staatsangehörigen auf dem Schiff. Da die Passagierliste aber nach Staatsbürgerschaft und nicht nach Wohnort geführt wird, kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich Personen mit Wohnsitz in der Schweiz an Bord befanden.

BESTEHT NUN EINE GEFAHR FÜR DIE BEVÖLKERUNG IN DER SCHWEIZ?
Das Bundesamt für Gesundheit stuft das Risiko als gering ein und hält das Auftreten weiterer Fälle für unwahrscheinlich. Die Behandlung des Patienten erfolge unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. Das Universitätsspital Zürich sei auf solche Fälle vorbereitet, könne den Patienten betreuen und die Sicherheit sowohl des Personals als auch aller Patientinnen und Patienten gewährleisten.

Ausserdem sind Hantavirus-Fälle laut dem BAG in der Schweiz selten. In den letzten Jahren gab es 0 bis 6 gemeldete Fälle pro Jahr. Von diesen wenigen Fällen war die grosse Mehrheit auf Ansteckungen im Ausland zurückzuführen.

WIE ERNST IST DIE LAGE AUF DEM BETROFFENEN SCHIFF?
Sehr ernst. Bislang sind drei Passagiere – ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau – an der Infektion gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von insgesamt sieben Krankheitsfällen aus. Der Schiffsarzt befindet sich in einem kritischen Zustand. Das Schiff mit rund 140 Menschen an Bord musste vor Kap Verde ankern, bevor es die Erlaubnis erhielt, die Kanarischen Inseln anzulaufen.

WIE GEHT ES FÜR DAS SCHIFF UND DIE RESTLICHEN PASSAGIERE WEITER?
Spanien hat der „Hondius“ erlaubt, einen Hafen auf den Kanarischen Inseln anzulaufen. Dort sollen alle Passagiere und die Besatzung untersucht, bei Bedarf medizinisch versorgt und anschliessend in ihre Heimatländer zurückgebracht werden.

WAS MACHT DIESES SPEZIELLE VIRUS SO GEFÄHRLICH?
Das Referenzlabor des Universitätsspitals Genf hat die Virus-Variante als Andes-Stamm identifiziert. Laut den Genfer Spezialisten ist dies der einzige Hantavirus-Typ, bei dem eine Übertragung von Mensch zu Mensch bei engem Kontakt dokumentiert ist. Die in Europa übliche Variante wird hingegen durch die Ausscheidungen von infizierten Nagetieren übertragen.

WO HAT DER AUSBRUCH SEINEN URSPRUNG?
Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging. Man geht davon aus, dass sich die beiden noch vor der Einschiffung an Land in Argentinien angesteckt haben könnten, von wo aus das Schiff seine Reise antrat.

(text:sda/symbolbild:pexels)