15 Juli 2023

Ein farbenfrohes Basel Tattoo mit KlÀngen aus vier Kontinenten

Nicht nur Pferde, Patrouille Suisse und Pathos, sondern auch rockige Brass-Rhythmen: Das “Basel Tattoo” hat am Freitag mit rund 1000 Mitwirkenden eine Premiere gefeiert. Dabei traf Dudelsack auf Blasmusik und Tanz von der Ukraine bis Mexiko.

FĂŒr einen Moment schaute alles nach oben statt auf das Kasernenareal. Rund 7000 Blicke und viele Handys waren auf die Kunstflugstaffel Patrouille Suisse gerichtet, die zum Schweizerpsalm die Arena ĂŒberflog.

Nach dem lauten Auftakt, der im Vorfeld fĂŒr Diskussionen sorgte, waren die Blicke wieder ganz auf die Arena gerichtet. Ein GĂ€nsehaut-Moment mit DudelsĂ€cken Grossformat stand an: Die Massed Pipes and Drums sind fester Bestandteil des Festivals und imponierten das Publikum auch diesmal. Rund 200 schottische und kanadische Musiker marschierten in Reihen durch die Arena.

Noch mehr Schottisches, diesmal mit BlechblÀsern, gabs mit der Band of the Royal Regiment of Scotland, die auf die Pipers trafen. Und zu diesen gesellten sich wiederum 50 kanadische Highland-TÀnzerinnen. Somit blieb das Festival auch diesmal den schottischen Wurzeln treu.

Was die diesjĂ€hrige Tattoo-Ausgabe ebenfalls auszeichnet: Es gibt weniger Schlager und Drill-Nummern, dafĂŒr mehr viel Marschmusik mit rassigen Arrangements. So lieferte das Rekrutenspiel der Schweizer MilitĂ€rmusik messerscharfe Funk-BlĂ€sersĂ€tze und Showtrommeln mit fluoreszierenden Schlegeln. Da ging “Eskimo” des Schweizer Troubadours Mani Matters direkt in den Discohit Hot Stuff ĂŒber.

Viel Blasmusik im Rock- und Popgewand war auch von den GĂ€sten aus Luzern, Neuseeland und der Ukraine zu hören. Die Military Brass Band of the 194th Pontoon Bridge Brigade aus Mariupol legte einen lebhaften und humorvollen Auftritt hin. Das geht von Hendrix-Gitarrenriffs als BlĂ€serbegleitung bis hin zum SĂ€beltanz. Die Lucerne Marching Band setzte in ihren blau-weissen Landsknechtuniformen auf von Elton John bis Queen. Und die New Zealand Army Band brachte zwischen den StĂŒcken eine Haka-Einlage. Zunge raus und Schreie – das Publikum war begeistert.

Dies war auch der Fall, als die Banda Monumental de MĂ©xico viel Farbe in die Arena brachte. Ein Mariachi-Ensemble, eine mehrere Dutzend Musiker grosse Marching Band und viele TĂ€nzerinnen und TĂ€nzer sorgten fĂŒr Stimmung. Es gab unter anderem Bolero, Mambo und den Gassenhauer Cielito lindo, der manche zum Schunkeln brachte.

Ein weiterer spezieller Gastauftritt, der in Basel fĂŒr GesprĂ€chsstoff sorgte: Die berittene Band der königlichen Garde des Sultans von Oman. FĂŒr diese Nummer mit viel Weihrauch und bunten GewĂ€ndern waren 50 Pferde von der Arabischen Halbinsel nach Europa geflogen worden. Ob Trommel, Dudelsack oder Posaune: Die Musikerinnen und Musiker hielten dabei in der einen Hand die ZĂŒgel, in der anderen ihr Instrument. “So herzig”, sagte ein Zuschauer, als die Truppe hoch zur Ross zum Schluss gar noch das Schweizer Volkslied Vogel-Lisi spielte.

Das Basel Tattoo ist noch bis am 22. Juli auf dem Basler Kasernenareal zu erleben. Zudem wird am Samstagnachmittag die Tattoo-Parade mit 2500 Mitwirkenden durch die Innenstadt ziehen.

(text&bild:sda)