Ehemaliger Chef der Ski-WM 2027 von Crans-Montana verurteilt
Claude-Alain Schmidhalter ist am Freitag vom Bezirksgericht Brig wegen unredlicher Geschäftsführung für schuldig befunden worden. Der bekannte Vertreter der Schweizer Skiszene war im Oktober von seinem Amt als Präsident der Ski-WM 2027 in Crans-Montana zurückgetreten.
Schmidhalters Verurteilung zu 12 Monaten Freiheitsstrafe, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie zu einer Geldstrafe von 5000 Franken steht in keinem Zusammenhang mit seinen Ämtern im Sport. Um jegliche Verquickung mit dem Skisport zu vermeiden, hatte es Schmidhalter vorgezogen, aus dem Organisationskomitee der alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2027 und aus der Geschäftsleitung von Swiss-Ski, deren Vizepräsident er war, auszutreten.
Zuvor war er von diesen beiden Ämtern suspendiert worden, nachdem bekannt geworden war, dass er sich in einem Strafverfahren verantworten muss.
Die Staatsanwaltschaft Wallis hatte Schmidhalter und einem ehemaligen Geschäftspartner Unregelmässigkeiten bei der Führung eines Ingenieurunternehmens im Oberwallis vorgeworfen. Die beiden sollen einen früheren Mitarbeiter des Unternehmens um mehr als 300’000 Franken geschädigt haben.
Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb 23 Monate Freiheitsstrafe bedingt, eine Busse von 10’000 Franken und eine Rückerstattung von 55’000 Franken verlangt. Schmidhalters Verteidiger hatte demgegenüber einen Freispruch gefordert.
Bezirksrichterin Flurina Steiner sprach Schmidhalter am Freitag schliesslich in erster Instanz vom Vorwurf des Betrugs im Zusammenhang mit einem Aktienverkauf im Jahr 2020 frei, verurteilte ihn jedoch wegen unredlicher Geschäftsführung mit der Absicht der Bereicherung.
Schmidhalter selber hatte sämtliche Vorwürfe gegen ihn bestritten. Er sei überzeugt, dass sich die Anschuldigungen im laufenden Verfahren als unbegründet erweisen würden, hatte er erklärt. Ob er das Urteil des Bezirksgerichts anfechten wird, war zunächst offen.
(text:sda/archivbild:keystone)