16 Januar 2023

Dutzende Menschen in Dnipro weiter vermisst

Dutzende Bewohner eines Hochhauses in der zentralukrainischen Stadt Dnipro gelten nach dem Einschlag einer russischen Rakete am Samstag weiter als vermisst. Rettungskr├Ąfte suchten in den Tr├╝mmern des Wohnhauses weiter nach mehr als 30 Menschen, sagte der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj in seiner Videoansprache am Sonntagabend. Zugleich machte er dem schweigenden Teil der russischen Bev├Âlkerung schwere Vorw├╝rfe.

Im Laufe des Wochenendes war die Zahl der Toten in Dnipro immer weiter angestiegen. Nato-Generalsekret├Ąr Jens Stoltenberg sprach sich f├╝r die Lieferung weiterer schwerer Waffen an die Ukraine aus.

„Wir k├Ąmpfen um jeden Menschen“, betonte Selenskyj mit Blick auf die Versch├╝tteten in Dnipro. „Und die Rettungsarbeiten werden so lange andauern, wie auch nur die geringste Chance besteht, ein Leben zu retten.“ Die Zahl der Toten stieg offiziellen Angaben zufolge auf 30, darunter ein Kind. Weitere 73 Menschen wurden demnach verletzt.

Selenskyj sprach in seiner Videobotschaft zudem auf Russisch die Menschen im Nachbarland an: „Ich m├Âchte mich an alle in Russland wenden, die nicht einmal jetzt ein paar Worte der Verurteilung f├╝r diesen Terror haben, obwohl sie alles klar sehen und verstehen. Euer feiges Schweigen wird nur damit enden, dass diese Terroristen eines Tages auch hinter euch her sein werden.“

EU-Chefdiplomat Josep Borrell verurteilte das Vorgehen der russischen Seite als „unmenschliche Aggression, mit Zivilisten und Kindern als direkten Zielen“. Die Verbrechen w├╝rden nicht straflos bleiben. Und die EU werde die Ukraine solange unterst├╝tzen, wie es n├Âtig sei.

Der Angriff auf das im Gebiet Dnipropetrowsk gelegene Dnipro war der folgenreichste von mehreren Angriffen am Samstag. Die heftigste russische Angriffswelle seit dem Jahreswechsel richtete sich erneut auch gegen die ukrainische Energieinfrastruktur. Neben Dnipropetrowsk waren etwa auch die Region um die Hauptstadt Kiew und Charkiw im Osten schwer betroffen.

(text:sda/bild:sda)