20 April 2021

Drei Viertel leben in der Stadt, meist in 3-Zimmer-Wohnungen

Drei Viertel der Bevölkerung der Schweiz wohnen im urbanen Raum. Und von ihnen mehr als zwei Drittel in 3- oder 4-Zimmer-Wohnungen. In den Städten leben deutlich mehr ausländische Staatsangehörige und leicht mehr Unverheiratete als anderswo.

Grosso Modo entspricht die Zusammensetzung der Bev√∂lkerung in St√§dten dem Durchschnitt: 19 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner der 171 untersuchten St√§dte sind 19 Jahre oder j√ľnger, 63 Prozent sind zwischen 20 und 64 Jahre alt und 18 Prozent geh√∂ren der Gruppe der √ľber 64-J√§hrigen an.

Unterschiede zeigen sich bei der Staatsangeh√∂rigkeit und dem Zivilstand: 31 Prozent der St√§dterinnen und St√§dter haben eine ausl√§ndische Staatsangeh√∂rigkeit gegen√ľber 20 Prozent in ausserst√§dtischen Gebieten. Zudem betr√§gt der Anteil an Unverheirateten in St√§dten mit 47 Prozent 5 Prozentpunkte mehr als in der √ľbrigen Schweiz.

Das hat die St√§dtestatistik 2021 des Schweizerischen St√§dteverbandes in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt f√ľr Statistik (BFS) ergeben, die am Dienstag publiziert wurde. Die Statistik basiert auf Z√§hlungen der Jahre 2017/2018. Grundlage bilden die 162 statistischen St√§dte (gem√§ss Definition des BFS) sowie neun weitere Mitglieder des Schweizerischen St√§dteverbandes, welche infolge ihrer Tradition oder Entwicklung st√§dtischen Charakter aufweisen, beispielsweise Arosa und Murten.

Die neueste Ausgabe der St√§dtestatistik legt den Fokus aufs Wohnen. Ein grunds√§tzlicher Befund: je gr√∂sser die Stadt, desto h√∂her der Anteil an Mietern und der Anteil an Mehrfamilienh√§usern. Der Anstieg ist in St√§dten von 10’000 bis √ľber 100’000 Einwohnern linear, w√§hrend bei kleinen St√§dten unter 10’000 Einwohnern der Anteil an Mehrfamilienh√§usern wieder leicht steigt und im Gegenzug jener der Einfamilienh√§user sinkt.

2018 standen in den 171 untersuchten Schweizer St√§dten insgesamt 2,2 Millionen Wohnungen in 539’767 st√§dtischen Geb√§uden mit Wohnnutzung bereit. Davon waren 46,8 Prozent Ein- und 35,6 Prozent Mehrfamilienh√§user. W√§hrend die zehn gr√∂ssten St√§dte einen durchschnittlichen Anteil von mehr als 43 Prozent an Mehrfamilienh√§usern aufweisen, liegt dieser bei den restlichen 161 St√§dten unter 33 Prozent.

In den meisten Gemeindegr√∂ssenklassen dominieren Drei-Zimmer-Wohnungen. In St√§dten mit weniger als 20’000 Einwohnerinnen und Einwohnern sind hingegen Vier-Zimmer-Wohnungen leicht in der √úberzahl. 69 Prozent der st√§dtischen Mieterinnen und Mieter wohnen in einer Drei- oder Vierzimmerwohnung. Grosse Wohnungen mit f√ľnf und mehr Zimmern sind in den Grossst√§dten mit 9,8 Prozent am seltensten, wohingegen deren Anteil in den restlichen Gr√∂ssenklassen bei 19 Prozent liegt.

Beim Mietzins ist es nicht per se so, dass man umso mehr zahlt, je gr√∂sser die Stadt ist, in der man wohnt. Zwar sind grosse St√§dte im Schnitt punkto Wohnen am teuersten und kleine am g√ľnstigsten, dazwischen korrelieren Mieten und Stadtgr√∂ssen aber nicht mehr: Die zweitg√ľnstigsten Durchschnittsmieten bieten grosse St√§dte mit 50’000 bis 99’000 Bewohnern, am zweitteuersten schl√§gt Wohnen in den kleinen St√§dten mit 10’000 bis 14’999 Einwohnern zu Buche.

Wichtiger ist bez√ľglich Mietkosten die Gegend. Vereinfacht ausgedr√ľckt: Die Z√ľrcher Goldk√ľste ist am teuersten, der Jura am g√ľnstigsten. Bei einem schweizerischen Durchschnitt von 1319 Franken – ungeachtet der Gr√∂sse – bezahlt man in Zollikon 2195, in K√ľsnacht 2114 und in Meilen 1963 Franken pro Wohnung. In Le Locle im Neuenburger Jura kommt man dagegen schon mit 715 Franken weg, in La Chaux-de-Fonds mit 804 und in Moutier mit 827 Franken.

Mit 1536 Franken Wohnungsmiete durchschnittlich erscheint Z√ľrich erstaunlich preisg√ľnstig. Das d√ľrfte am hohen Bestand an gemeinn√ľtzigen Wohnungen liegen: 22,4 Prozent aller Drei-Zimmer- und 24,4 Prozent aller Vier-Zimmer-Wohnungen sind in der Limmatstadt gemeinn√ľtzig gebaut.

Gesamtschweizerisch machen Geb√§udes des gemeinn√ľtzigen Wohnungsbaus hingegen nur nur 1,3 Prozent des Geb√§udebestands aus. Grossst√§dte mit einem Anteil von 11,4 Prozent sind da um ein Vielfaches sozialer. Neben dem Spitzenreiter Z√ľrich gibt es auch kleinere St√§dte mit einem hohen Anteil an gemeinn√ľtzig gebauten Wohnungen, wie das BFS schreibt: In Urdorf und Birsfelden etwa ist fast jede sechste Mietwohnung gemeinn√ľtzig.

(text:sda/bild:cs)