11 Juli 2021

Djokovic nach Wimbledonsieg gleichauf mit Federer und Nadal

Novak Djokovic lässt sich auch von Matteo Berrettini nicht stoppen. Nach seinem Viersatz-Sieg im Final von Wimbledon hat der Serbe nun wie Roger Federer und Rafael Nadal 20 Grand-Slam-Titel.

Der klare Favorit Djokovic tat sich zwar phasenweise etwas schwer, drehte aber je länger je mehr auf und setzte sich am Ende am Ende in 3:23 Stunden doch relativ klar 6:7 (4:7), 6:4, 6:4, 6:3 durch.

Sowohl der italienische Finaldeb√ľtant als auch der Weltranglistenerste und Titelverteidiger begannen sehr nerv√∂s. Djokovic h√§tte sich den Tag deutlich einfacher gestalten k√∂nnen, wenn er im ersten Satz einen Satzball bei 5:3 gen√ľtzt und anschliessend nicht bei 5:4 seinen Aufschlag abgegeben h√§tte. Auch im Tiebreak erreichte er nicht sein bestes Niveau.

Der Satzgewinn liess den ersten Italiener in einem Wimbledonfinal √ľberhaupt auf die Sensation hoffen, doch Djokovic konnte sich wenig √ľberraschend steigern. Die Partie wurde besser, doch damit auch die Schw√§chen Berrettinis auf der R√ľckhandseite. Doch der 25-j√§hrige R√∂mer zeigte Moral, wehrte auch im zweiten Durchgang drei Satzb√§lle ab und verk√ľrzte von 1:5 auf 4:5. Die Wende gelang ihm aber nicht.

Im dritten Satz reichte Djokovic ein Break zum 2:1, im vierten waren es zwei zum 4:3 und zum 6:3. Berrettini trug viel dazu bei, dass die Atmosph√§re auf dem mit gut 15’000 Zuschauern komplett gef√ľllten Centre Court zunehmend elektrisierender wurde. Dank seinem starken Aufschlag hielt er sich lange im Spiel, eine echte Chance auf den Sieg hatte er aber nicht.

Am Ende war es wie so oft in den letzten Jahren. Wenn es drauf ankommt, ist Djokovic praktisch nicht zu schlagen. Seit seiner kurzen Krise im Jahr 2017 hat er nun acht seiner letzten neun Grand-Slam-Finals gewonnen (die einzige Niederlage war im letzten Jahr am French Open gegen Nadal) und damit in der ewigen Bestenliste zu den bisher F√ľhrenden Federer und Nadal aufgeschlossen.

F√ľr Djokovic liegen aber weitere Rekorde und herausragende Marken auf dem Pr√§sentierteller. Bereits in zwei Monaten kann er am US Open alleiniger F√ľhrender in der Grand-Slam-Siegerliste der M√§nner werden. Und er hat nur drei Viertel des Kalender-Grand-Slams geschafft. Alle vier Major-Turniere in einem Jahr zu gewinnen, ist bisher erst zwei M√§nnern – Don Budge 1938 sowie Rod Laver 1962 und 1969 – gelungen. Und davor winkt in Tokio noch die erste Olympia-Goldmedaille f√ľr Djokovic – wenn er daf√ľr bei einem Event ohne Zuschauer die Energie aufbringen kann.

In Wimbledon ist er im Übrigen erst der dritte Spieler nach Björn Borg, Pete Sampras und Federer, der dreimal in Folge gewinnt.

(text:sda/bild:sda)