Digitale Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschalt und Polizei scheitert
Diese Woche gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass sie komplett auf ihren Teil des speziell entwickelten Fallbearbeitungssystems NeVo/Rialto verzichtet. Dadurch müssen Fallakten weiterhin ausgedruckt oder auf einem USB-Stick von der Kantonspolizei an die Staatsanwaltschaft übermittelt werden. Eine digitale Brücke durch das seit 2016 geplante System NeVo/Rialto wird somit nicht möglich sein. Die Kantonspolizei nutzt dieses System bereits, wird es aber nur noch bis 2030 betreiben, da die technische Grundlage veraltet ist. Es sei von Anfang an bekannt gewesen, dass dieses System an das Ende seiner Lebensdauer gelangen würde. Die Kantonspolizei habe aber eine einfache Übergangslösung vorgesehen und eine Umstellung bereits geplant. Seit diesem Jahr ist jedoch klar, dass es kompliziert wird. Eine Weiterentwicklung durch die Systemlieferantin ist fraglich, was ein einfaches Update unmöglich macht. Nun steht die Diskussion an, auf ein neues System umzusteigen, wobei die Auswahl begrenzt ist. Bis Mitte 2026 soll entschieden werden, wie die digitale Zusammenarbeit zwischen Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft künftig aussehen wird.
Medienmitteilung Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft
Staatsanwaltschaft, Kantonspolizei sowie die Lieferanten Swisscom und Deloitte haben sich darauf geeinigt, die bestehenden Verträge rückabzuwickeln. Die Staatsanwaltschaft wird das Informatiksystem NeVo/Rialto damit nicht realisieren.
Für die Kantonspolizei, die NeVo/Rialto seit 2022 nutzt, bleibt der Betrieb vorerst gesichert. Da die technische Basis (SAP R/3) ab 2031 jedoch nur noch eingeschränkt unterstützt wird, muss das System bis dahin entweder ersetzt oder technisch auf S/4Hana migriert werden. Diese Migrationsoption wird bis Mitte 2026 geprüft, um Investitionen zu schützen und Handlungsspielraum zu wahren.
Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen gesichert und in künftige Weiterentwicklungen einfliessen, insbesondere dort, wo das MVP bereits einen messbaren Mehrwert brachte, etwa im Massengeschäft oder in der digitalen Verbindung zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft. Die weiteren Abklärungen der beiden Behörden erfolgen getrennt voneinander und das Projekt NeVo/Rialto wird 2026 definitiv beendet. Da das eingeführte System bei der Kantonspolizei kein Projekt mehr ist, aber sicher noch bis 2030 bestehen bleibt. Sobald neue Entscheidungen feststehen, werden die Behörden separat informieren.
(text:pd&pmu/bild:unsplash)