1 MĂ€rz 2022

Die Zukunft der Stadt Thun in der öffentlichen Auflage

Thun bleibt Thun und plant fĂŒr morgen: Mit der Ortsplanungsrevision will die Stadt Thun bestehende QualitĂ€ten im Siedlungs- und Landschaftsraum bewahren und gleichzeitig Grundlagen schaffen fĂŒr attraktive Wohnangebote und ArbeitsplĂ€tze. Ab dem 4. MĂ€rz liegen die Unterlagen öffentlich auf.
In den letzten Wochen bereinigte die Stadt Thun basierend auf der RĂŒckmeldung des Kantons Bern die Unterlagen zur Ortsplanungsrevision (OPR). Nach mehreren Jahren intensiver Planung im Austausch mit der Bevölkerung erfolgt nun der nĂ€chste wichtige Schritt: Die baurechtliche Grundordnung, bestehend aus Baureglement und Zonenplan, wird zusammen mit erlĂ€uternden Dokumenten vom 4. MĂ€rz bis 8. April 2022 öffentlich aufgelegt. «Wir freuen uns ĂŒber diesen Meilenstein in der Entwicklung unserer Stadt», so StadtprĂ€sident Raphael Lanz, «mit der OPR behĂ€lt Thun seine IdentitĂ€t und plant gleichzeitig fĂŒr morgen.»

Die IdentitĂ€t und Einzigartigkeit von Thun bleiben mit der revidierten Grundordnung erhalten. QualitĂ€ten im Siedlungsbild werden einerseits ĂŒber die Festlegung von Altstadt-, Ortsbild- und Strukturgebieten geschĂŒtzt. Andererseits unterliegen Bauvorhaben an besonders sensiblen Lagen hohen Gestaltungsanforderungen. DarĂŒber hinaus tragen massgeschneiderte Planungsverfahren zu quartiervertrĂ€glichen Bauprojekten bei. Damit strebt Thun eine qualitativ hochwertige Entwicklung nach innen an. Thun entwickelt sich aus und mit den bestehenden QualitĂ€ten.

Innerhalb der Regelbauzone schafft Thun Entwicklungsmöglichkeiten fĂŒr Bauwillige. So wurden die GrenzabstĂ€nde angepasst und die AusnĂŒtzungsziffer durch die GrĂŒnflĂ€chenziffer ersetzt. Die neue Regelung stellt eine Vereinfachung der Vorschriften dar und bietet Unternehmerinnen, Planern, EigentĂŒmerinnen und Bauwilligen Planungssicherheit. So wird mit der neuen Grundordnung dem ĂŒbergeordneten Bestreben Rechnung getragen, Siedlungen nach innen zu entwickeln und Landschaften zu bewahren.

In Thun soll ressourcenschonend und nachhaltig gebaut werden. Thun achtet bei der Planung und bei der Entwicklung auf den Erhalt und die Schaffung von FreirĂ€umen und den Schutz ökologisch wertvoller Landschaft. GrĂŒnflĂ€chen und GrĂŒnstrukturen sollen erhalten, gestĂ€rkt und neu geschaffen werden. Wiesen, BĂ€ume und Hecken leisten einen wichtigen Beitrag zur BiodiversitĂ€t und zu einem gesunden Stadtklima. Mit der GrĂŒnflĂ€chenziffer wird dem GrĂŒn vor dem Grau in der Stadt Vorrang gegeben. Vorgaben im Bereich Ökologie und Energie eröffnen Chancen fĂŒr neue Innovationen und ressourcenschonende Leuchtturmprojekte.

Mit den vielfĂ€ltigen siedlungs- und landschaftlichen QualitĂ€ten ist Thun ein attraktiver Ort zum Wohnen und Arbeiten. Dass Wohnraum in Thun beliebt ist, zeigen die wenigen Leerwohnungen. Mit 0,17 Prozent hat Thun eine der tiefsten Leerwohnungsziffern der Schweiz. «Die revidierte Grundordnung bietet die Basis fĂŒr die Entwicklung von zusĂ€tzlichem Wohn- und Arbeitsraum fĂŒr die Thunerinnen und Thuner von morgen, insbesondere auch fĂŒr Familien», so StadtprĂ€sident Raphael Lanz. Dabei werden FlĂ€chen dort genutzt, wo es möglich, sinnvoll und fĂŒr die Umgebung vertrĂ€glich ist. Entsprechend wird auch das lokale Gewerbe gefördert und Thun als Wirtschaftsstandort gestĂ€rkt.

Im Sinne einer koordinierten Siedlungs- und Verkehrsentwicklung bietet die revidierte Grundordnung eine Basis fĂŒr funktions- und umweltgerechte Verkehrslösungen. Infrastrukturen sollen gesichert und bei Bedarf weiterentwickelt werden. Gleichzeitig soll der Mehrverkehr möglichst gering gehalten und auf umweltvertrĂ€gliche Art und Weise abgewickelt werden.

Nach der öffentlichen Auflage befasst sich der Stadtrat mit der Vorlage, voraussichtlich Ende 2022. Danach erfolgt die Genehmigung durch den Kanton. Ob der politische Prozess noch in dieser Legislatur abgeschlossen werden kann, hÀngt wesentlich von Anzahl, Inhalt und KomplexitÀt der Einsprachen ab, die im Rahmen der öffentlichen Auflage eingereicht werden.

(text:pd/bild:ch)