29 November 2023

Die Young Boys erreichen ihr Ziel

Die Young Boys ĂŒberwintern europĂ€isch. Das Team von Trainer Raphael Wicky gewinnt den „Final“ gegen Roter Stern Belgrad zu Hause 2:0 und beendet die Gruppe G auf dem 3. Platz.

In einer Gruppe mit Titelverteidiger Manchester City und dem starken Bundesligisten Leipzig war von Anfang an klar, dass fĂŒr YB der 3. Rang, gleichbedeutend mit dem Einzug in die Sechzehntelfinals der Europa League, das höchste der GefĂŒhle sein dĂŒrfte. Von daher kam den Duellen gegen Roter Stern eine besondere Bedeutung zu.

Im Hinspiel in Belgrad kassierten die Berner in der 88. Minute den Ausgleich zum 2:2. Schon die beiden Partien in den Playoffs fĂŒr die Champions League 2019 hatten unentschieden geendet. Diesmal hatte der Schweizer Meister das nötige WettkampfglĂŒck auf seiner Seite.

Das frĂŒhe 1:0 in der achten Minute kam auf Ă€usserst glĂŒckliche Art und Weise zu Stande. ZunĂ€chst verlĂ€ngert Mirko Ivanic einen Eckball von Filip Ugrinic auf den Fuss von Loris Benito, dessen Schuss aus naher Distanz Belgrads Goalie Omri Glazer zwar parierte, jedoch ans Bein von Kosta Nedeljkovic, von wo der Ball ins Tor ging.

In der 29. Minute erhöhte Lewin Blum, ein EigengewÀchs, mit seinem ersten Tor in dieser Saison auf 2:0. Der 22-jÀhrige Aussenverteidiger traf nach schöner Vorarbeit von Captain Ali Camara mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze, bei dem Glazer nicht die beste Figur machte. Den Ausgangspunkt des Treffers bildete wie beim 1:0 ein Eckball.

Die Berner waren mit dem 2:0 gut bedient. Denn sie begannen die Partie Ă€usserst nervös. In der 4. Minute machte YB-Goalie Anthony Racioppi nach einem missglĂŒckten Pass seinen Fehler wieder gut, in dem er gegen den allein vor ihm zum Abschluss gekommenen Cherif Ndiaye die Oberhand behielt. Zwei Minuten spĂ€ter kam Ndiaye frei zum Kopfball, er konnte daraus aber keinen Nutzen ziehen.

Auch nach der Pause war der Auftritt der Berner alles andere als souverĂ€n. In der 57. Minute hatten sie erneut GlĂŒck, als ein Schuss von Hwang In-Beom an den Pfosten ging. Vier Minuten spĂ€ter traf Jovan Mijatovic aus bester Position das Tor nicht, und in der 63. Minute machte Racioppi eine weitere gute Chance der GĂ€ste zu Nichte. Danach fing sich YB, so dass es beim 2:0 blieb.

Bei den ersten zwei Teilnahmen in der Königsklasse 2018 und 2021 waren die Young Boys nicht ĂŒber den letzten Gruppenplatz hinausgekommen, obwohl sie vor zwei Jahren zum Auftakt Manchester United sensationell 2:1 bezwangen. Jedoch ist Roter Stern der schwĂ€chste Gegner, auf den die Berner in der Champions League bisher getroffen sind. Deshalb wĂ€re es eine grosse EnttĂ€uschung gewesen, wenn sie es nicht geschafft hĂ€tten, europĂ€isch zu ĂŒberwintern.

Das 2:0 bringt den Young Boys nicht nur PrĂ€mien in der Höhe von 3,3 Millionen Euro ein – 2,8 Millionen fĂŒr den Sieg und 500’000 fĂŒr das Erreichen der Sechzehntelfinals in der Europa League. Er ist auch wichtig fĂŒr den LĂ€nderkoeffizienten der UEFA. In der FĂŒnfjahreswertung, die darĂŒber bestimmt, wie viele PlĂ€tze ein Land in den jeweiligen europĂ€ischen Wettbewerben erhĂ€lt, belegt die Schweiz aktuell den 12. Rang. Nun können die Berner in dieser Saison nicht nur noch im letzten Gruppenspiel am 13. Dezember in Leipzig punkten, was wichtig ist.

(text&bild: keystone-sda)