9 Juni 2022

Die Schweiz steigert sich, verliert aber erneut

Die Schweizer Nationalmannschaft verliert auch ihr drittes Spiel in der Nations League. Die SFV-Auswahl unterliegt in Genf Spanien nach einem fr├╝hen Gegentreffer durch Pablo Sarabia 0:1.

Auch wenn die Schweizer am Schluss mit leeren H├Ąnden dastanden, im Vergleich zu den Partien in Tschechien (1:2) und Portugal (0:4) gelang ihnen eine klare Leistungssteigerung. Vor allem nach der Pause, als sich das Team von Murat Yakin aus der spanischen Umklammerung l├Âsen konnte, initiierte es einige vielversprechende Angriffe. Auf den letzten 30 Metern fehlte allerdings die n├Âtige Pr├Ązision sowie die Pr├Ąsenz im Strafraum.

Die besten Chancen zum Ausgleich vergaben in der Schlussphase Breel Embolo (87.) sowie die eingewechselten Noah Okafor (88.) und Djibril Sow (93.). Embolo verfehlte aus 25 Metern das verlassene spanische Tor, nachdem Haris Seferovic den Zweikampf gegen den herausst├╝rmenden Unai Simon gewonnen hatte. Eine Minute sp├Ąter h├Ątte Okafor alleine auf das Tor ziehen k├Ânnen, dem St├╝rmer von Salzburg missgl├╝ckte aber die Ballmitnahme. Sows Schuss Sekunden vor dem Abpfiff wurde geblockt.

Ein Punkt h├Ątte sich die SFV-Auswahl vor gut 25’000 Zuschauern verdient. Sie trat engagiert und gut organisiert auf und war offensichtlich um Wiedergutmachung bem├╝ht. Zudem hatte sie in der Startphase das Gl├╝ck nicht auf ihrer Seite. In der 7. Minute ├╝bersah sowohl der Schiedsrichter als auch der VAR ein klares Handspiel von Pau Torres in einem Zweikampf mit Embolo im eigenen Strafraum. Und beim 0:1 liessen die TV-Bilder erahnen, dass bei Ballabgabe Torsch├╝tze Sarabia m├Âglicherweise mit der Fussspitze knapp im Offside stand.

Nicht zum ersten Mal in diesen Tagen hatte ein grober individueller Schnitzer zum Schweizer Gegentor gef├╝hrt. Eray C├Âmerts Pass wurde kurz vor der Strafraumgrenze abgefangen, so dass Marcos Llorente mit einem Querpass Sarabia bedienen konnte, der den Ball ins Tor lenkte. Es war eine der wenigen guten Torchancen der G├Ąste, die vor der Pause 74 Prozent Ballbesitz hatten, nach dem Seitenwechsel aber keineswegs sattelfest wirkten. Dennoch gingen sie erstmals in dieser Nations-League-Kampagne als Sieger vom Platz.

Die Schweizer hingegen kassierten ihre dritte Niederlage in Folge, was ihnen letztmals im Fr├╝hjahr 2016 passiert war. Sie blieben auch im vierten Wettbewerbsspiel gegen Spanien in den letzten zwei Jahren ohne Sieg und verpassten die Revanche f├╝r die Niederlage im EM-Viertelfinal vor knapp einem Jahr in St. Petersburg, als sie nach einem heroischen Kampf im Penaltyschiessen den K├╝rzeren zogen.

Die SFV-Auswahl steht nun am Sonntag gegen Portugal erneut in Genf unter Zugzwang. Bei einer weiteren Niederlage droht in der Nations League der Abstieg in die Liga B. Der R├╝ckstand auf das auf Rang 3 klassierte Tschechien betr├Ągt nach H├Ąlfte des Pensums bereits vier Punkte.

Yakin hatte seine Mannschaft im Vergleich zur 0:4-Schlappe vier Tage zuvor in Lissabon erneut umgekrempelt und acht neue Spieler gebracht. In der Innenverteidigung setzte er auf das Duo Akanji/C├Âmert, wobei Fabian Sch├Ąr und Nico Elvedi fehlten. Davor nominierte der Nationaltrainer aufgrund des sehr spielstarken und auf viel Ballbesitz ausgerichteten Gegners drei zentrale Mittelfeldspieler. Michel Aebischer kam an der Seite von Granit Xhaka und Remo Freuler neu in die Mannschaft.

Das 4-3-3-System fruchtete allerdings vor der Pause in der Offensive ├╝berhaupt nicht. Steven Zuber, der in den ersten zwei Spielen verletzt gefehlt hatte, war links zwar bem├╝ht aber ohne Durchschlagskraft. Embolo hatte gegen die spanischen Innenverteidiger einen schweren Stand und Xherdan Shaqiri konnte sich auf dem rechten Fl├╝gel praktisch nie in Szene setzen. Die beiden besten Szenen vor der Pause hatte der Spielmacher von Chicago Fire bei stehenden B├Ąllen, aber sowohl Embolo (25.) als auch C├Âmert (45.) machten zu wenig aus ihren Kopfballchancen.

(text+bild:sda)