Die Rekordjagd im Tourismus geht weiter
Die Rekordjagd im Schweizer Tourismus geht weiter: Mit 18,7 Millionen Logiernächten wurde in der Wintersaison 2025/2026 ein neuer Höchstwert bei den Übernachtungen erreicht. Noch nie haben so viele Menschen so oft in der Schweiz übernachtet.
Obwohl der Kanton Bern keinen Rekord verzeichnete, machte sich auch hier teilweise das Gefühl breit, dass der Tourismus an gewisse Grenzen stösst. Pascale Berclaz von der Dachmarketingorganisation Made in Bern sieht das Problem jedoch nicht in der Anzahl der Touristinnen und Touristen, sondern vielmehr in deren räumlicher und zeitlicher Konzentration. Es gebe punktuelle Höchstwerte, etwa im Sommer, wo der Tourismus an seine Grenzen stosse. Im Jahresdurchschnitt lägen die Hotelübernachtungen im Kanton Bern jedoch bei 50 Prozent, man sei also nicht permanent voll gebucht, meint Pascale Berclaz.
Deshalb sei es strategisch nicht das Ziel, einfach mehr Gäste in den Kanton Bern oder ins Berner Oberland zu locken. Vielmehr gehe es darum, die Besucherströme besser zu lenken und den Tourismus gezielter zu steuern. Dieser Ansicht schliesst sich auch Marc Ungerer, Geschäftsführer von Jungfrau Region Tourismus, an. Eine solche Steuerung lasse sich jedoch nicht von heute auf morgen umsetzen. Man arbeite bereits seit längerer Zeit daran, die Gäste besser zu verteilen und die Entwicklung in die gewünschte Richtung zu lenken. So investiere man beispielsweise im Marketing im Sommer kein Geld mehr, sondern nur noch im Winter.
Die Bergbahnen sehen das jedoch anders: Sie wollen weiterhin viele Leute in ihre Bahnen locken und schlagen deshalb kräftig die Werbetrommel. Selbst wenn die Tourismusdestinationen also weniger in das Marketing investieren, werden die Leute auf andere Weise in die Region gelockt. Somit bleibt die Steuerung des Tourismus eine schwierige Angelegenheit.
(text:pmu/bild:unsplash)