25 November 2023

Die Centovallibahn feiert am heutigen Samstag ihren 100. Geburtstag

Ihr geschwungener Weg durch das Tal der hundert T├Ąler geh├Ârt zu den sch├Ânsten, die auf Schienen erkundbar sind: Die Rede ist von der Centovallibahn. Am heutigen Samstag wird die „Centovallina“, wie sie im Tessin liebevoll genannt wird, 100 Jahre alt.

Die Geburt der Centovallina, die auf italienischer Seite „Vigezzina“ wie das gleichnamige Tal genannt wird, war alles andere als einfach. Urspr├╝nglich sollte die Linie Teil der grossen Alpentransversale werden, doch dann fiel der Entscheid auf die Gotthardroute. Gebaut wurde die Centovallina dann doch noch und bis heute ist sie die schnellste Verbindung zwischen Bern und dem Tessin.

Mit 83 Br├╝cken und 31 Tunnels auf einer Strecke von 52 Kilometern gilt die Centovallina als Meisterwerk der Ingenieurskunst. Doch von der ersten Idee bis zu ihrer Verwirklichung vergingen ganze 25 Jahre.

Einer der Hauptpromotoren der Bahn war der Locarneser Stadtpr├Ąsident Francesco Balli (1852-1924). Der ehemalige St├Ąnderat wollte seine Stadt am Aufschwung der Hotellerie ab 1875 teilhaben lassen und daf├╝r brauchte es einen Anschluss ans Eisenbahnnetz. Zwar hatte die Gotthardbahngesellschaft noch vor Er├Âffnung des Tunnels eine Zweiglinie von Cadenazzo nach Locarno gebaut. Doch das Hinterland des Locarnese konnte von dieser kaum profitieren.

Das Projekt „Centovallibahn“ jedoch schritt voran und nach einigem Hin- und Her auf italienischer Seite erteilte das Ministerium f├╝r ├Âffentliche Arbeit in Rom im Herbst 1912 die Baubewilligung.

Doch mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 musste der Bau unterbrochen werden: Die italienischen Arbeiter r├╝ckten in die Armee ein und Italien verwendete das f├╝r den Abschnitt im Vigezzotal vorgesehene Baumaterial an der Front.

Nach Kriegsende erarbeiteten Schweizer Diplomaten in Rom mit ihren italienischen Kollegen einen Staatsvertrag ├╝ber den Betrieb der Bahnlinie. Dieser wurde 1919 vom italienischen K├Ânig Vittorio Emanuele und vom Bundesrat ratifiziert. Das Abkommen verpflichtete die beiden Seiten unter anderem, eine Einheit in Technik und Betrieb sicherzustellen.

Ab 1919 schritten die Bauarbeiten rasch voran und Ende M├Ąrz 1923 befuhr ein Werkzug erstmals die gesamte Strecke. Offiziell er├Âffnet wurde die Bahnlinie am 25. November 1923.

(text:sda/bild:keystone)