31 Januar 2024

Deutlich mehr W├Âlfe als erwartet im Wallis abgeschossen

27 W├Âlfe sind im Wallis im Rahmen der vom Bund genehmigten pr├Ąventiven Jagd seit dem 1. Dezember geschossen worden. Das Ziel von 34 get├Âteten W├Âlfen bis Ende der am Mittwoch auslaufenden Jagdperiode wurde damit beinahe erreicht.

Die Erwartungen der Beh├Ârden wurden sogar ├╝bertroffen. Zu Beginn der Wolfsjagd hatten diese erkl├Ąrt, dass die Aktion bereits „ein grosser Erfolg“ w├Ąre, wenn der Kanton im Dezember und Januar „zwischen 10 und 15 W├Âlfe“ abschiessen w├╝rde.

Gem├Ąss den auf der Internetseite der Dienststelle f├╝r Jagd, Fischerei und Wildtiere ver├Âffentlichten Zahlen wurden die Rudel Augstbord und Val d’H├ęrens am st├Ąrksten dezimiert. Das erste verlor elf Tiere, das zweite neun. Weiter wurden zwei W├Âlfe aus dem Nanz-Rudel, drei aus dem Rudel Les Toules und zwei aus dem Chablais-Rudel erlegt.

Unbehelligt blieben die beiden Rudel von Fou-Is├ęrables und Hauts-Forts. Mitte Dezember blockierte das Bundesverwaltungsgericht die pr├Ąventive T├Âtung von drei Rudeln mit einer aufschiebenden Wirkung, nachdem mehrere Umweltorganisationen dagegen geklagt hatten.

Die beschwerdef├╝hrenden Organisationen Pro Natura, WWF, BirdLife und die Gruppe Wolf Schweiz sind der Meinung, dass Bund und Kantone den „Grundsatz der Verh├Ąltnism├Ąssigkeit und die wichtige Rolle missachten, die das Raubtier im Wald├Âkosystem spielt“. Die beiden Kantone und das Bundesamt f├╝r Umwelt versuchten danach erfolglos um die Aufhebung der aufschiebenden Wirkung.

Nach Angaben von Umweltorganisationen sind w├Ąhrend der zwei Monate dauernden Wolfsjagd landesweit rund 50 W├Âlfe abgeschossen und mindestens zwei ganze Rudel ausgel├Âscht worden. Vor der Wolfsjagd im Dezember und Januar gab es in der Schweiz nach Angaben des Bundes 32 Rudel mit insgesamt rund 300 W├Âlfen.

Am Dienstag hatten Pro Natura, WWF, BirdLife und die Gruppe Wolf Schweiz die Jagdverordnung erneut scharf kritisiert. Die Verordnung widerspreche dem Jagdgesetz, und das Umweltdepartement solle zu einer „sachgerechten Arbeit“ zur├╝ckkehren, forderten sie in einer Medienmitteilung.

Die „handstreichartig verf├╝gte Jagdverordnung mit willk├╝rlich festgelegten Schwellenwerten“ und die darauf basierende, „fl├Ąchendeckend bewilligte Eliminierung ganzer Rudel“ sei ein „Schnellschuss mit bedenklichen Folgen“ gewesen.

Die gesetzlich gesch├╝tzte Tierart Wolf sei zum Sch├Ądling degradiert worden, und auch weitgehend unauff├Ąllige Rudel h├Ątten dezimiert oder gar eliminiert werden sollen. Dabei zeige die bis Ende 2023 nachgef├╝hrte Rissbilanz, dass der Herdenschutz wirke.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)