21 März 2026

Der Wald ist auch nach 150 Jahren Naturschutz bedroht

Das 1876 in Kraft getretene Bundesgesetz über den Wald sollte die Nachhaltigkeit der Holzressourcen sichern und die Wiederaufforstung ermöglichen. Auch wenn die Auswirkungen des Gesetzes heute im Schweizer Wald sichtbar sind, entstanden neue Herausforderungen.

„Dank diesem Gesetz geht es den Wäldern heute besser als vor 150 Jahren“, erklärt Benno Schmid, Sprecher von Wald Schweiz, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Allerdings würden die Wälder heute unter dem Klimawandel leiden und müssten mit einem starken Schädlingsbefall fertig werden.

Der Waldbericht des Bundesamtes für Umwelt spricht von einem Schweizer Wald, der „noch nie so stark unter Druck stand“. Um dem entgegenzuwirken, schlagen die Experten insbesondere die Förderung von Baumarten vor, die an das künftige Klima angepasst sind.

Sommerliche Dürreperioden würden die Abwehrkräfte bestimmter Baumarten gegenüber Schädlingen schwächen und den Stress für die Bäume erhöhen, heisst es im Bericht. Dies gelte insbesondere für Buche und Fichte, die in den Schweizer Wäldern zahlreich vorkommen und eine mittlere oder gar unzureichende Widerstandsfähigkeit gegenüber trockenen Böden aufweisen würden.

Waldbesitzer wenden sich gemäss Waldbericht nun besser angepassten Baumarten wie der Waldkiefer, der Traubeneiche oder dem Spitzahorn zu. Dieser Austausch erfolge jedoch nicht ohne Schwierigkeiten und auch nicht von heute auf morgen. Laut Schmid dauert es 20 Jahre, bis ein Baum seine volle Grösse erreicht hat.

Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes vom Samstag erinnert Wald Schweiz daran, dass die Produktion materieller Güter und die Erbringung von Dienstleistungen zwar einen leichten Gewinn abwerfen, nicht aber die Waldbewirtschaftung und die Holzernte. Dies sei so, obwohl Holz als Rohstoff und erneuerbare Energiequelle immer beliebter wird.

(text:sda/bild:pg)