11 April 2022

Schweizer Frauen-Nati kann in Thun WM-Ticket sichern

Das Schweizer Frauen-Nationalteam bestreitet am Dienstag in Thun um 17:45 Uhr im Rahmen der WM-Qualifikation gegen Italien den vorgezogenen Final im Kampf um den Gruppensieg. Dem Team von Nils Nielsen, das wieder auf Ramona Bachmann zÀhlen kann, reicht ein Remis.

Trotz des enttĂ€uschenden 1:1 am Freitag in RumĂ€nien haben die Schweizerinnen im Kampf um die direkte Qualifikation fĂŒr die WM im Sommer 2023 in Australien und Neuseeland die Vorteile in ihrer Hand. Dank dem 2:1 im Hinspiel liegen die Schweizerinnen in der Tabelle einen Punkt vor Italien, das sich zuletzt aber in ausgezeichneter Form prĂ€sentierte. Im Februar bezwangen die Italienerinnen am Algarve Cup DĂ€nemark und Norwegen und rangen Schweden ein Remis ab. Am Freitag setzten sie sich gegen Litauen gleich mit 7:0 durch.

Auch deshalb gab sich der Schweizer Nationaltrainer Nils Nielsen vor dem neuerlichen Duell mit dem direkten Konkurrenten um den Gruppensieg gelassen: „Die Italienerinnen sind der Favorit. Sie sind mehr unter Druck als wir.“ Das Schweizer Team hingegen könne nur gewinnen. „Es gibt fĂŒr uns keinen Grund, nervöser zu sein als sonst.“

Mit einem Remis hĂ€tten die Schweizerinnen vor den abschliessenden Spielen im September in Kroatien und gegen Moldawien eine ausgezeichnete Ausgangslage, um sich zum zweiten Mal nach 2015 fĂŒr eine WM zu qualifizieren. Auf abwarten wollen die Schweizerinnen deswegen aber nicht spielen. „Ich habe selten ein gutes Spiel erlebt, wenn man versucht hat, auf Unentschieden zu spielen“, sagte Captain Lia WĂ€lti gut 24 Stunden vor dem neuerlichen Duell mit dem WM-Viertelfinalisten von 2019. „Unser Ziel ist klar: Attacke.“

WĂ€lti spĂŒrte gegen RumĂ€nien die Nachwehen ihrer COVID-Erkrankung im MĂ€rz und konnte fĂŒr einmal dem Schweizer Spiel nicht wie gewohnt den Stempel aufdrĂŒcken. Gegen Italien braucht die SFV-Auswahl ihren Captain aber in Bestform. „Lia ist der Kopf des Teams“, sagt Ramona Bachmann. „Sie ist sehr stark am Ball und unglaublich wichtig fĂŒr die Organisation in unserem Spiel.“

Auch Bachmann hatte das Virus erwischt, weswegen die StĂŒrmerin von Paris Saint-Germain in Bukarest fehlte. Gegen Italien ist die 31-JĂ€hrige aber wieder dabei. „Mit meinen QualitĂ€ten in der Offensive kann ich dem Team sicherlich helfen“, so Bachmann. Die Chancenauswertung – das grosse Manko der SFV-Auswahl gegen RumĂ€nien – ist am Dienstag noch bedeutender. Gegen Italien erhalte man vielleicht nur ein oder zwei Top-Chancen, „deswegen ist es noch wichtiger, dass man vor dem Tor konzentriert ist“, so Bachmann.

Die Schweizerinnen hoffen im vorentscheidenden Spiel auf zahlreiche UnterstĂŒtzung. Bereits jetzt ist klar, dass im Berner Oberland der Rekord eines Frauen-Fussballspiels in der Schweiz von gut 5100 Zuschauern gebrochen wird.

(text&bild:sda)