9 Juni 2021

Der Traum-Halbfinal ist perfekt: Djokovic fordert Nadal

Es kommt beim French Open zum Traum-Halbfinal zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic. Nadal gibt beim 6:3, 4:6, 6:4, 6:0 gegen Diego Schwartzman seinen ersten Satz ab, ĂŒberzeugt aber trotzdem. Novak Djokovic gewinnt gegen Matteo Berrettini 6:3, 6:2, 6:7, 7:5.

Zum 58. Mal werden sich Nadal und Djokovic am Freitag gegenĂŒberstehen. Die Bilanz ist mit 29:28 Siegen zu Gunsten der Serben nahezu ausgeglichen. Im Vorteil ist Nadal aber auf Sand (18:7) und in Roland Garros (7:1). Die einzige Niederlage und ĂŒberhaupt nur eine von zwei Niederlage in Paris kassierte der Spanier 2015 im Viertelfinal, als Djokovic spĂ€ter im Final gegen Stan Wawrinka verlor.

Auch diesmal hat der Sieger des am öftesten gespielten Duells der Open Era die TrophÀe lÀngst nicht auf sicher, wie Nadal nach seinem Viertelfinal-Erfolg gegen Schwartzman erinnerte. Im Final wartet entweder Stefanos Tsitsipas oder Alexander Zverev.

Dass auch fĂŒr einen 13-fachen Roland-Garros-Sieger kein Match im vornherein gewonnen ist, wurde gegen Schwartzman deutlich. Nach 36 gewonnenen SĂ€tzen in Folge in Paris musste Nadal wieder einmal einen Umgang abgeben. Die Situation brachte den Mallorquiner zwischenzeitlich aus dem Konzept und fĂŒr einige Minuten schien die dritte Niederlage von Nadal in Roland Garros im Bereich des Möglichen.

Der Weltranglisten-Dritte produzierte viele Fehler und war zu Beginn des dritten Satzes spielerisch eine Spur schlechter als Schwartzman. Dass der 29-jĂ€hrige, nicht ganz 1,70 m grosse Argentinier es Robin Söderling (2009) und Djokovic (2015) nicht gleichtun konnte, lag an der Steigerung von Nadal. „Es war eine schwierige Situation“, blickte der Weltranglisten-Dritte auf den ersten Teil des dritten Satzes zurĂŒck. „Ich musste mich darauf besinnen, was ich besonders gut kann.“

Nadal fand den Tritt wieder und dominierte den Weltranglisten-Zehnten aus Buenos Aires mit der 2:1-SatzfĂŒhrung im RĂŒcken sehr deutlich. Das 6:0 mit 25:4 Punkten gegen einen allerdings demoralisierten Schwartzman war eine eindrĂŒcklich Demonstration der StĂ€rke. „Ich fand zu meinem besten Tennis zurĂŒck als es zĂ€hlte. Das gibt mir viel Selbstvertrauen“, freute sich Nadal, nachdem er seinen 35. Major-Halbfinal erreicht hatte.

Novak Djokovic prĂ€sentierte sich auf dem Weg zu seinem 40. Halbfinal auf diesem Niveau (nur Roger Federer hat mit 46 mehr) lange Zeit beeindruckend solid. Im Tiebreak des dritten Satzes brachte er sich aber mit zwei unerzwungenen RĂŒckhand-Fehlern um ein schnelleres Ende. Zumal beim Stand von 3:2 im vierten Satz die Partie fĂŒr rund 20 Minuten unterbrochen wurde, um die erstmals bei einer Night Session zugelassenen Zuschauer wegen der in Frankreich ab 23.00 Uhr geltenden Ausgangssperre aus dem Stadion zu beordern.

Berrettini, der im Achtelfinal vom Forfait von Roger Federer profitiert hatte, liess sich von der Pause nicht beeindrucken und schaffte bei eigenem Service das 3:3. Überhaupt schlug der Italiener stark auf und punktete oft mit seiner wuchtigen Vorhand. Erst in seinem letzten Game kassierte er sein erstes Break seit dem Ende des zweiten Satzes, nachdem er zuvor zwei MatchbĂ€lle abgewehrt hatte.

(text:sda/bild:unsplash)