23 November 2021

“Der Medicus” machte ihn ber├╝hmt: US-Autor Noah Gordon gestorben

Der US-Autor Noah Gordon, der mit Romanen wie “Der Medicus” ein Millionenpublikum erreichte, ist tot. Das best├Ątigte am Dienstag der Verlag Penguin Random House unter Berufung auf die Literaturagentur Mohrbooks in der Schweiz, die den Schriftsteller vertrat.

Gordons Familie schrieb auf Facebook, er sei am Montag im Alter von 95 Jahren zu Hause gestorben. Erst k├╝rzlich habe der Bestseller-Autor noch mit Freude seinen Geburtstag gefeiert. Er sei dankbar f├╝r das lange und fruchtbare Leben gewesen, das er gef├╝hrt habe. “Noahs Leben und Werk haben das Leben von Millionen von Lesern auf der ganzen Welt ber├╝hrt. Sein Werk lebt weiter”, heisst es in dem Post.

Der am 11. November 1926 in Worcester im Gliedstaat Massachusetts geborene Gordon hatte sich schon fr├╝h f├╝r Literatur interessiert. Doch der Sohn j├╝discher Eltern sollte Medizin studieren, um finanziell abgesichert zu sein. Ein Semester am College hielt er durch, dann schrieb er sich, ohne seinen Eltern davon zu erz├Ąhlen, f├╝r Journalismus ein. Die Laufbahn als Reporter – er arbeitete zun├Ąchst bei seiner Heimatzeitung “The Worcester Telegram” und dann als Wissenschaftsjournalist beim “Boston Herald” – ebnete ihm schliesslich den Weg zum Schriftsteller.

Gordons erster Roman, “Der Rabbi” (1965), hielt sich 26 Wochen auf der Bestsellerliste der “New York Times”. Der grosse internationale Erfolg gelang ihm aber mit “Der Medicus”, der im Sommer 1986 mit dem Originaltitel “The Physician” erschien. Darin macht sich der Waisenjunge Rob Jeremy Cole im 11. Jahrhundert auf den Weg von England ins persische Isfahan, um bei dem ber├╝hmten Arzt Ibn Sina Medizin zu studieren. Am Ende kehrt er als anerkannter Medicus mit seiner Frau nach England zur├╝ck.

Es folgten die Fortsetzungen “Der Schamane” (1992) und “Die Erben des Medicus” (1995). Die “Medicus”-Verfilmung unter Regie von Philipp St├Âlzl, die 2013 in die Kinos kam, half, die B├╝cher auch einer jungen Leserschaft neu zu erschliessen. Zuletzt war von Gordon 2007 der Roman “Der Katalane” erschienen, eine Hommage an die Geschichte des spanischen Weinbaus im 19. Jahrhundert.

Seither war es um den Vater dreier erwachsener Kinder stiller geworden. “Jeden Morgen gehe ich an meinen Computer und freue mich ├╝ber die E-Mails, die ich von Lesern aus vielen L├Ąndern erhalte. Ich bin jedem Leser daf├╝r dankbar, dass er mir erm├Âglicht, mein Leben als Geschichtenschreiber zu verbringen”, heisst es auf seiner Homepage.

(text:sda/bild:unsplash)