20 September 2026

Der FC Thun feiert einen wichtigen Sieg in Vaduz

Die Reise ins Ländle zum FC Vaduz am Ausschiesset‑Sonntag sollte für den FC Thun unbedingt eine erfolgreiche werden. Nach zuletzt drei Niederlagen de suite war das 6‑Punkte‑Spiel gegen Vaduz besonders wichtig. Schliesslich wollte man möglichst mit einem guten Gefühl und einem kleinen Polster auf die hintersten Plätze in die knapp dreiwöchige Nati‑Pause gehen.

Es war ein gemächlicher Start in dieses Kellerduell. Eine Viertelstunde verging, ohne dass es in irgendeiner Art und Weise gefährlich, kritisch oder auch nur im Ansatz unterhaltsam wurde. Beide Teams neutralisierten sich zwischen den Strafräumen. Es wurden viele hohe, lange Bälle geschlagen, die leider ebenso oft zu ungenau waren und so postwendend zurückgespielt wurden.

Nach 17 Minuten hatte Thun dann die erste richtig gute Torchance. Nils Reichmuth tankte sich über die rechte Seite erfolgreich in den Strafraum vor, legte Fabio Saiz den Ball auf, dessen Abschluss aber an einigen Vaduzer Beinen hängen blieb. Dann stempelte auch Vaduz ein und kam insbesondere nach Vorarbeiten von Top‑Vorlagengeber Lutfi Dalipi zu einigen vielversprechenden Chancen. Ein Tor blieb jedoch aus.

Dies leitete eine eindrückliche Druckphase der Liechtensteiner ein. Sie zwangen die Thuner regelrecht in und um den eigenen Strafraum zurück und wurden immer wieder gefährlich. Die neu formierte Innenverteidigung um Jan Bamert und Nassim Zoukit hatte alle Hände voll zu tun. Mit Mühe, Not und einem Quäntchen Glück entgingen die Oberländer dem Rückstand.

Komplett entgegen dem Spielverlauf ging dann aber der Gast aus Thun in der 33. Minute in Führung. Ein langer Abschlag von Niklas Steffen wurde von Brighton Labeau in den Lauf von Furkan Dursun verlängert, der alleine vor Torhüter Leon Schaffran die Nerven behielt und eiskalt zum 1:0 einschob. Besser hätte es nicht laufen können. Im Anschluss gelangte der FC Thun dann auch wieder zu deutlich mehr Spielkontrolle und lief in der ersten Halbzeit nie mehr Gefahr, diese Führung aus der Hand zu geben.

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit wähnte man sich im Rheinpark‑Stadion in einem Déjà‑vu. Vaduz übernahm sofort das Zepter und schoss sogar den Ausgleich, der aber wegen eines Foulspiels an Nassim Zoukit einkassiert wurde. Und wiederum traf dann der FC Thun gleich mit seinem ersten Torschuss zum 2:0. Nils Reichmuth war nach einer schönen Kombination erfolgreich. Thun war in diesem Spiel, was er in dieser Saison lange gar nicht war: effizient.

Reichmuth selber hatte in den kommenden Minuten mehrfach weitere Tore auf dem Fuss, liess seine Chancen aber liegen. Vaduz seinerseits war kaum in der Lage, gefährlich vor dem Tor von Niklas Steffen aufzutauchen. Das zweite Gegentor schien grössere mentale Spuren bei den Gastgebern zu hinterlassen.

Doch diese Partie hatte eine weitere Überraschung bereit. Genau in der Phase, in der das Spiel einzuschlafen und entschieden zu sein schien, traf der FC Vaduz zum viel umjubelten Anschlusstreffer. Nach einer Flanke von der linken Seite stieg Stürmer Marcel Monsberger am höchsten und liess Steffen keine Chance. Das Spiel war neu lanciert.

Vaduz hatte nun auch das Momentum auf seiner Seite. Die eine oder andere gute Gelegenheit bot sich den Liechtensteinern noch. Allen voran hatte Milos Cosic in der 91. Minute die hundertprozentige Chance auf dem Fuss, zumindest noch auszugleichen. Er schoss aber aus sieben Metern klar über das Tor.

Und so zitterte sich der FC Thun am Ende unnötig zum wichtigen Auswärtssieg gegen den Tabellennachbarn.

Mit diesem Erfolg verschafft sich Thun etwas Luft im Tabellenkeller und geht mit einem dringend benötigten Erfolgserlebnis in die Nati‑Pause. Die Mannschaft zeigte zwar erneut defensive Wackler, aber auch eine selten gesehene Effizienz im Abschluss. Für Trainer Gian‑Luca Privitelli bedeutet der Sieg nicht nur drei Punkte, sondern auch eine Basis, um die kommenden Wochen mit mehr Ruhe und Selbstvertrauen anzugehen.

(text:yes/bild:keystone)