20 Januar 2024

Demonstranten in Israel fordern erneut Freilassung der Gaza-Geiseln

In Israel haben erneut Hunderte Menschen gegen die Regierung von Ministerpr├Ąsident Benjamin Netanjahu protestiert. Rund 300 Demonstranten, darunter Dutzende von Familienangeh├Ârigen israelischer Geiseln im Gazastreifen, versammelten sich laut israelischen Medien am sp├Ąten Freitagabend vor einem Haus von Netanjahu in der Stadt Caesarea. Sie warfen Netanjahu vor, nicht genug zu tun, um die zu Beginn des Gaza-Kriegs von Terroristen der islamistischen Hamas verschleppten Geiseln nach Hause zu holen.

„Wir haben Sie 105 Tage lang angefleht, und jetzt fordern wir Sie auf, die Hinrichtungen der Geiseln zu stoppen“, zitierte die Zeitung „The Times of Israel“ aus einer an Netanjahu gerichteten Erkl├Ąrung der Angeh├Ârigen. Der Vater einer Geisel habe angek├╝ndigt, in einen Hungerstreik zu treten. „Wir haben die 100 Tage (seit Kriegsbeginn) ├╝berschritten, das war unsere rote Linie. Von hier an werden unsere Massnahmen zunehmend h├Ąrter werden“, wurde der Mann zitiert.

Netanjahu hat wiederholt erkl├Ąrt, man werde den Krieg fortsetzen, bis die Hamas zerst├Ârt und alle Geiseln zur├╝ck seien. Eine wachsende Zahl von Familienangeh├Ârigen wehrt sich jedoch gegen diese Haltung und weist darauf hin, dass seit der Wiederaufnahme der K├Ąmpfe durch Israel nach einer Feuerpause Ende November, bei der 105 Geiseln freikamen, keine weiteren mehr freigelassen wurden. Es werden neue Verhandlungen gefordert. „Wir sagten, dass die K├Ąmpfe sie gef├Ąhrden und t├Âten w├╝rden“, wurde eine Angeh├Ârige einer Geisel zitiert.

Am 7. Oktober hatten Terroristen der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Gruppen im israelischen Grenzgebiet ein Massaker ver├╝bt, in dessen Folge rund 1200 Menschen get├Âtet wurden. Zudem entf├╝hrten die Terroristen rund 250 Menschen in den Gazastreifen. Israel versucht seitdem mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive, die milit├Ąrische Infrastruktur der Hamas im Gazastreifen zu zerschlagen. W├Ąhrend einer Feuerpause im November waren 105 Geiseln freigelassen worden, im Gegenzug f├╝r 240 pal├Ąstinensische H├Ąftlinge.

(text:sda/bild:keystone)