9 November 2023

Das IKRK hat noch keinen Zugang zu den Hamas-Geiseln

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat trotz mehrerer Anfragen noch keinen Zugang zu den von der Hamas im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln erhalten. Der Dialog mit der islamistischen Bewegung werde fortgesetzt, sagte ein IKRK-Verantwortlicher.

Die Aufrechterhaltung des Dialogs mit allen sei „grundlegend“, sagte Christian Cardon, Leiter der Schutzaktivit├Ąten des IKRK im am Donnerstag publizierten Interview mit „Le Temps“. Der Mehrwert des IKRK bestehe darin, mit allen Parteien zu sprechen – auch mit der Hamas und ihrem bewaffneten Arm, den Qassam-Brigaden.

Das IKRK beteilige sich an den politischen Verhandlungen ├╝ber die Geiseln teil. Die Organisation werde aktiv, sobald eine Einigung erzielt worden sei. Cardon erinnerte an die Schl├╝sselrolle der Organisation bei der Befreiung von vier Geiseln am 20. und 24. Oktober. Die Tatsache, dass der Dialog zwischen den Parteien aufrechterhalten werde, lasse auf weitere Freilassungen hoffen, sagte Cardon.

Israels Ministerpr├Ąsident Benjamin Netanjahu nannte am Mittwochabend erneut die Freilassung der Geiseln im Gazastreifen als Bedingung f├╝r eine Waffenruhe. „Ich m├Âchte alle Arten von falschen Ger├╝chten, die wir aus allen m├Âglichen Richtungen h├Âren, beiseite legen und eines klarstellen: Es wird keine Waffenruhe ohne die Freilassung unserer Geiseln geben“, sagte Netanjahu laut der deutschen Nachrichtenagentur DPA. Unklar war jedoch, ob er damit die Freilassung aller Geiseln auf einmal meinte.

Mindestens 239 Menschen wurde laut Milit├Ąrangaben Anfang Oktober in den Gazastreifen verschleppt. Vier Geiseln wurden bisher freigelassen, eine entf├╝hrte Soldatin konnte befreit werden.

(text:sda/bild.keystone)