10 Dezember 2021

Das Hotel Palace in MĂŒrren soll dank Neubau lukrativ werden

Zehn Jahre nach dem Konkurs soll das Hotel Palace seinen Betrieb wieder aufnehmen. Eine lokale Investorengruppe plant, das bestehende HotelgebÀude zu sanieren, um
einen Neubau zu ergĂ€nzen und die Parkanlage wiederzubeleben. Die Eröffnung ist fĂŒr 2024 geplant. Das 25 Millionen Franken teure Projekt dĂŒrfte den Tourismus in MĂŒrren
nachhaltig beleben.

Das Hotel wurde aufgrund des Sportzentrumbaues teilweise abgerissen. Dadurch verminderte sich die Bettenzahl von 200 auf 90, was zu den wirtschaftlichen Problemen gefĂŒhrt habe, so Peter Wirth, VerwaltungsratsprĂ€sident von Palace avenir AG, gegenĂŒber Radio BeO. Dies, weil die Infrastruktur im VerhĂ€ltnis zur Grösse des Hotels nicht mehr aufging. Mit dem Neubau werden die Zimmer vergrössert und die Betten wieder auf 150 aufgestockt, was das Hotel auch wieder lukrativ machen soll.

Die neue DĂ©pendence ist zwar fĂŒnf Stockwerke hoch. Da das eigentliche Rez-de-Chaussee von der Strasse her rund zwei Meter unter
dem natĂŒrlichen Terrain liegt, sind jedoch nur vier Stockwerke sichtbar. Das GebĂ€ude wird durch den Park erschlossen sowie durch eine zusĂ€tzliche unterirdische Anbindung vom bestehenden GebĂ€ude her.

Das bestehende HotelgebĂ€ude bleibt in seiner ursprĂŒnglichen Charakteristik erhalten. Der denkmalgeschĂŒtzte Jugendstilsaal wird in das neue Gastrokonzept eingebunden. Dieses sieht
die Nutzung des grossen Jugendstilsaals als «Palace Lounge» vor. ErgÀnzt wird das Gastronomieangebot durch eine Café-Bar, die in den Empfangs- und Rezeptionsbereich integriert und an die neue grosse Aussenterrasse angebunden wird.

Nachdem die Suche nach einem einzelnen Grossinvestor nicht erfolgreich war, beschloss die Palace avenir AG, die fĂŒr ein Hotelprojekt notwendigen finanziellen Mittel ĂŒber Minderheitsbeteiligungen gemeinsam mit weiteren mĂŒrren-affinen Investoren zu generieren. Zu diesem Zweck wurde eine neue Gesellschaft, die MĂŒrren Investment AG, geschaffen. Den bestehenden AktionĂ€rinnen und AktionĂ€ren der Palace avenir AG steht es frei, ihre Investition zurĂŒckzuerhalten oder sie in die neue Gesellschaft einzubringen und so die Zukunft des Palace weiterhin mitzutragen. «Zwar ist die Finanzierung mit Klein-Investoren zeitaufwĂ€ndiger und komplizierter als mit einem Grossinvestor. Allerdings bleibt so das Hotel Palace in einheimischer Hand», meint Peter Wirth, VR-PrĂ€sident der MĂŒrren Investment AG.

Im baulichen Prozess ist als nĂ€chster Schritt die Änderung der Überbauungsordnung (Ueo) erforderlich, weil sich das Raumvolumen mit der DĂ©pendance um rund fĂŒnfzig Prozent erhöht. Über
die Änderung der UeO wird auch die Gemeindeversammlung von Lauterbrunnen zu befinden haben. Die Projektinitiatoren rechnen damit, dass die PrĂŒfung und Genehmigung der UeO sowie die
Bewilligung des Baugesuchs bis Mitte 2023 abgeschlossen sein sollten. Gleichzeitig sollen die ersten Arbeiten starten. Im besten Fall kann das Palace bereits 2024 wieder eröffnen, also pĂŒnktlich zum 150-jĂ€hrigen JubilĂ€um des Hotels.

(text:chl&pd/bild:beo)