3 Mai 2024

Baubewilligung f├╝r das erste alpine Solarprojekt der Schweiz erteilt

Die Morgeten Solar AG hat am 3. Mai 2024 vom Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental die Gesamtbaubewilligung f├╝r ihre geplante alpine Solaranlage am S├╝dhang der B├╝rglen in der Gemeinde Oberwil im Simmental erhalten. Die Anlage soll mit einer Kapazit├Ąt von 8,3 MWp und einer erwarteten Jahresproduktion von 12 GWh zuk├╝nftig erneuerbare Energie f├╝r rund 3’000 Haushalte produzieren, was einen bedeutsamen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung darstellt. Die drei Partner Morgetenberggenossenschaft, Thun Solar AG und die Energie Thun AG freuen sich ├╝ber den erfolgreichen Projektverlauf.

Nach der Einreichung unseres Baugesuches am 25. Oktober 2023 ist ein halbes Jahr vergangen. Das ist nur unwesentlich mehr als die f├╝nf Monate, die im Merkblatt des Kantons Bern vorgesehen sind. Die Gemeinde Oberwil, das Regierungsstatthalteramt und die Fachstellen des Kantons Bern arbeiteten schnell und effizient. Die Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachstellen war anspruchsvoll, jedoch letztendlich zielf├╝hrend und erfolgreich.

Alle Einsprachen erstinstanzlich abgewiesen
Mit dem Entscheid des Regierungsstatthalteramtes wurden alle eingegangenen Einsprachen gegen das Projekt in erster Instanz abgewiesen. Um mit dem Bau beginnen zu k├Ânnen, ben├Âtigt die Morgeten Solar AG sowohl die kantonale Baubewilligung f├╝r die Solaranlage, als auch eine eidgen├Âssische Plangenehmigung vom ESTI und BFE f├╝r die Leitung und die Trafostation, die in einigen Wochen erwartet wird. Gegen die heute erteilte kantonale Baubewilligung kann noch Beschwerde ans Verwaltungsgericht sowie ans Bundesgericht erhoben werden. Gegen die nachfolgende Plangenehmigung f├╝r die Leitungen und die Trafostation kann mit einer Beschwerde das Bundesverwaltungsgericht und ebenfalls das Bundesgericht involviert werden. Die drohenden Beschwerden w├Ąren sehr bedauerlich, insbesondere weil das Projekt einer umfassenden Umweltvertr├Ąglichkeitspr├╝fung unterzogen wurde. Die Anliegen der Umweltschutzorganisationen wurden weitestgehend ber├╝cksichtigt. Mit dem WWF wurde eine Vereinbarung zur Sicherung von Umweltanliegen getroffen, worauf er auf eine Einsprache verzichtet hat. Die Anlage unterst├╝tzt die regionale Winterstromproduktion, erweitert die Wasserversorgung der Alp Morgeten und schliesst die Alp ans Stromnetz der BKW an. Das Gebiet ist durch einen Steinbruch und nicht mehr genutzte milit├Ąrische Bauten vorbelastet und keine unber├╝hrte Berglandschaft mehr. Als eines der ganz wenigen alpinen Solarprojekte wird die Anlage von bewohntem Gebiet praktisch nicht einsehbar sein. Es ist offensichtlich, dass das nationale Interesse vorgehen wird und m├Âgliche Beschwerden ans Verwaltungsgericht einen sehr schweren Stand haben w├╝rden. Durch Beschwerden w├╝rde nur Zeit verstreichen, was zu Mehrkosten f├╝hren und der Versorgungssicherheit mit Winterstrom schaden w├╝rde.

Ge├Ąnderte Situation im Vergleich zum Fr├╝hling 2023
Im Winter und Fr├╝hling 2023 ging bei Projektanten in der Schweiz noch die Angst um, die maximal 2 TWh f├╝r alpine Solaranlagen im Rahmen des ┬źSolarexpress┬╗ k├Ânnten zu schnell vergeben sein. Heute sieht die Ausgangslage ganz anders aus. Die Mehrheit der alpinen Solarprojekte ist gescheitert. Wir gehen davon aus, dass sehr wenige Projekte unter den heutigen Bestimmungen realisiert werden k├Ânnen. Die Vorgabe bis Ende 2025 10% ihrer Leistung ins Netz einspeisen zu k├Ânnen, ist sehr herausfordernd. Damit werden die erfolgreichen alpinen Solarprojekte zu Rarit├Ąten. Die Politik wird gefordert sein, um eine ad├Ąquate Nachfolgel├Âsung zu finden. Das Stromversorgungsgesetz, welches am 9. Juni 2024 zur Abstimmung kommt, w├╝rde dazu einen geeigneten Rahmen bieten.

(text:pd/bild:zvg energie thun ag)