17 Juni 2021

DĂ€nemark verliert nach fulminanter erster Halbzeit

DĂ€nemark spielt im ersten Match nach dem Kollaps von Christian Eriksen eine Halbzeit lang gross auf. Am Ende resultiert in Kopenhagen gegen Belgien ein 1:2. Kevin de Bruyne macht den Unterschied.

Wohl dem, der einen Kevin De Bruyne auf der Ersatzbank hat. Belgiens verletzt gewesener Regisseur kam in der emotionalen Partie gegen DÀnemark nach der Pause ins Spiel und drehte ein 0:1 fast im Alleingang in ein 2:1. Das 1:1 servierte er Thorgan Hazard in der 54. Minute auf dem Silbertablett, das 2:1 erzielte er nach 70 Minuten selbst. DÀnemarks spÀtem Ausgleich in der 87. Minute durch einen Kopfball von Martin Braithwaite stand die Latte im Weg. Kurz darauf verfehlte auch ein Schuss von Mathias Jensen das Tor knapp.

Die Mannschaft von Christian Eriksen, der sich nach seinem Herzstillstand zur Überwachung im Spital befindet und wohl einen Defibrillator erhalten wird, muss damit das letzte Spiel gegen Russland am nĂ€chsten Montag zwingend gewinnen, um noch auf ein Weiterkommen zu hoffen. Belgien steht als zweiter Achtelfinalist neben Italien fest.

Die erste Halbzeit hĂ€tte noch den DĂ€nen gehört. Getragen von den gut 23’000 Zuschauern und dem weltweiten Support der letzten Tage legte das Heimteam in seinem ersten Spiel nach dem Drama um Eriksen im Auftaktspiel gegen Finnland (0:1) furios los.

Schon nach 99 Sekunden brachte Yussuf Poulsen die DĂ€nen mit dem zweitschnellsten EM-Treffer der Historie in FĂŒhrung. Eine Viertelstunde lang kamen die Gastgeber gefĂŒhlt im Minutentakt zu weiteren Chancen, von den ZweikĂ€mpfen gewannen sie in den ersten 30 Minuten 70 Prozent. Die Frage, wie gut sich die DĂ€nen vom Eriksen-Schock erholt haben, war damit rasch beantwortet.

FĂŒr 90 Minuten reichten die KrĂ€fte indes nicht, und mit der Einwechslung von De Bruyne erhielt die Partie eine entscheidende Wendung. De Bruynes erste Offensivszene fĂŒhrte prompt zum Ausgleich. Lanciert von Romelu Lukaku, fand der Top-Assistgeber von Manchester City die LĂŒcke fĂŒr das entscheidende Zuspiel zum TorschĂŒtzen Thorgan Hazard. Eine Viertelstunde spĂ€ter traf De Bruyne mit einem platzierten Flachschuss aus gut 16 Metern.

Neben De Bruyne, der sich im verlorenen Champions-League-Final Verletzungen im Gesicht zugezogen hatte, kam bei den Belgiern auch der ĂŒberraschend schnell von einem Achillessehnenriss genesene Axel Witsel zu einem Teileinsatz. Bei den DĂ€nen hatte Trainer Kasper Hjulmand seine Startformation vom Finnland-Auftakt auf zwei Positionen verĂ€ndert und in der Verteidigung auf eine Dreierkette umgestellt.

Gestoppt wurde DĂ€nemarks anfĂ€ngliche Druckphase zwischenzeitlich durch einen geplanten Unterbruch nach zehn Minuten. In Anlehnung an Eriksens RĂŒckennummer 10 hatten sich die Mannschaften im Vorfeld auf eine kurze Gedenkpause verstĂ€ndigt. WĂ€hrend die Spieler auf dem Platz applaudierend innehielten, erhoben sich die Zuschauer.

Eckdaten:

Kopenhagen. – 23’395 Zuschauer. – Schiedsrichter: Kuipers (NED). – Tore: 2. Poulsen 1:0. 55. Thorgan Hazard 1:1. 70. De Bruyne 1:2.

DÀnemark: Schmeichel; Christensen, Kjaer, Vestergaard (84. Skov Olsen); Wass (62. Stryger Larsen), Höjbjerg, Delaney (72. Jensen), Maehle; Poulsen (62. Norgaard), Damsgaard (72. Cornelius), Braithwaite.

Belgien: Courtois; Alderweireld, Denayer, Vertonghen; Meunier, Tielemans, Dendoncker (59. Witsel), Thorgan Hazard (94. Vermaelen); Mertens (46. De Bruyne), Lukaku, Carrasco (59. Eden Hazard).

Bemerkung: DĂ€nemark ohne Eriksen (zur Überwachung im Spital). Belgien ohne Castagne (verletzt). 11. Gedenkpause fĂŒr Eriksen. 87. Kopfball von Braithwaite an die Latte. Verwarnungen: 59. Wass (Foul), 69. Damsgaard (Schwalbe), 82. Jensen (Foul), 94. Thorgan Hazard (Foul).

Rangliste: 1. Belgien* 2/6 (5:1). 2. Russland 2/3 (1:3). 3. Finnland 2/3 (1:1). 4. DĂ€nemark 2/0 (1:3). – * = fĂŒr Achtelfinals qualifiziert.

Poulsen mit dem zweitschnellsten EM-Tor

Gedenkpause fĂŒr Eriksen

DĂ€nemark – Belgien 1:2 (1:0)

(text:sda/bild:unsplash)