29 M├Ąrz 2022

Credit Suisse will Urteil auf den Bermudas anfechten

Die Credit Suisse will das Urteil eines Gerichts auf den Bermudas gegen ihre Versicherungstochter anfechten. Die Credit Suisse Life Bermuda hat vor dem Gericht auf der karibischen Inselgruppe eine Niederlage eingefahren. Die Bank hatte das „negative Urteil“, das zu einer Zahlung von „m├Âglicherweise mehr als 500 Millionen Dollar“ f├╝hren k├Ânnte, bereits vergangene Woche angek├╝ndigt. Das Urteil sei allerdings noch nicht rechtskr├Ąftig und k├Ânne angefochten werden, „was die Credit Suisse Life Bermuda mit Nachdruck zu tun gedenkt“, teilte die Bank nun am Dienstag mit. Zudem sei die Lebensversicherungstochter der CS f├╝r Neuabschl├╝sse geschlossen und befinde sich seit ├╝ber sieben Jahren in Abwicklung, betonte die Schweizer Grossbank. Es seien keine weiteren wesentlichen Gesch├Ąftsbereiche von diesem Urteil betroffen, heisst es weiter. Wie aus dem der Nachrichtenagentur AWP vorliegenden Urteil des Gerichtshofs vom Dienstag hervorgeht, geht es bei dem Rechtsstreit um Lebensversicherungspolicen von Bidzina Ivanishvili. Der ehemalige georgische Regierungschef und Milliard├Ąr hatte laut dem Gerichtsurteil ab 2005 ├╝ber eine Milliarde Dollar ├╝ber die CS investiert.

Sp├Ątestens ab 2011 hatte der Genfer CS-Berater Patrice Lescaudron reichen Kunden dreistellige Millionenbetr├Ąge aus dem vom ihm betreuten Verm├Âgen abgezweigt hat – darunter von Ivanishvili. Lescaudron hatte laut den Gerichtsdokumenten Ivanishvili ├╝berzeugt, ├╝ber 750 Millionen Dollar ├╝ber eine Lebensversicherungsstruktur der CS zu investieren. In dem Urteil h├Ąlt das Gericht fest, dass die Credit Suisse „keine oder unzureichende Massnahmen getroffen“ habe, „um Herrn Lescaudrons betr├╝gerische Misswirtschaft mit den Policenkonten zu verhindern“. Stattdessen habe die Bank „den von Herrn Lescaudron f├╝r die Credit Suisse erzielten Einnahmen Vorrang vor den Interessen ihrer Kunden“ einger├Ąumt, so das Gericht weiter. Die Kl├Ąger h├Ątten Anspruch auf Schadensersatz, „wegen stillschweigender Falschdarstellung zum Zeitpunkt der Ausstellung der Policen“, heisst es in dem Urteil des Bermuda-Gerichtshofs. Denn ihnen sei f├Ąlschlicherweise Glauben gemacht worden, dass der Bankenberater die Konten nicht in betr├╝gerischer Absicht verwalten w├╝rde. Wie hoch der Schadenersatz ausfallen d├╝rfte, den die CS zu leisten hat, geht aus dem Urteil allerdings nicht hervor. Dies werde nun berechnet anhand der Differenz zwischen dem Wert der Policenkonten und dem Wert, der erzielt worden w├Ąre, wenn die Verm├Âgenswerte mit geringerem Risiko investiert worden w├Ąren, heisst es. Lescaudron war 2015 bei der Credit Suisse fristlos entlassen worden und war im Jahr 2018 in Genf wegen eines Betrugsschemas zu einer Gef├Ąngnisstrafe verurteilt. Im Sommer 2020 nahm sich Lescaudron das Leben.

(text:sda/bild:sda)