4 Januar 2023

Corona-Welle in China: EU empfiehlt Testpflicht f├╝r Reisende

Trotz einer massiven Corona-Welle in China haben sich die EU-Staaten nicht auf eine Testpflicht f├╝r Reisende aus der Volksrepublik einigen k├Ânnen – empfehlen diese aber nachdr├╝cklich. Wie die schwedische Ratspr├Ąsidentschaft am Mittwoch nach einem Treffen von Gesundheitsexperten der Mitgliedstaaten in Br├╝ssel mitteilte, werden die EU-L├Ąnder nachdr├╝cklich dazu aufgefordert, f├╝r alle Reisenden aus China in Richtung Europa vor der Abreise einen negativen Corona-Test vorzuschreiben, der nicht ├Ąlter als 48 Stunden sein soll.

Einig sei man sich darin, das Tragen einer medizinischen oder einer FFP2-Maske an Bord der Flugzeuge zu empfehlen, sowie China-Reisende mit Gesundheitshinweisen zu versorgen. Mitte des Monats sollten die Massnahmen ├╝berpr├╝ft werden. Die Entscheidungen sind f├╝r die einzelnen EU-Staaten nicht bindend, gelten jedoch als wichtige Leitschnur.

Zus├Ątzlich zur Testpflicht wird nun unter anderem empfohlen, Reisende aus China bei der Ankunft in der EU k├╝nftig stichprobenartig auf Corona zu testen. Positive Proben sollten gegebenenfalls sequenziert werden. Zudem solle das Abwasser von Flugh├Ąfen untersucht werden, an denen Maschinen aus China ankommen.

Knapp einen Monat nach dem Ende der fast drei Jahre verfolgten Null-Covid-Strategie haben sich in China bereits einige Hundert Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Vom 8. Januar an entf├Ąllt endet auch die Pflicht zur Quarant├Ąne bei der Einreise nach China. Der riesige Ausbruch soll Erwartungen von Experten zufolge noch bis M├Ąrz oder April andauern. Genaue Infektionszahlen liegen nicht vor, weil die Beh├Ârden aufgeh├Ârt haben, epidemiologische Daten zu ver├Âffentlichen. Die Weltgesundheitsorganisation forderte am Mittwoch erneut mehr Informationen von China. Zugleich zeigte sie Verst├Ąndnis f├╝r L├Ąnder, die Testvorschriften f├╝r Reisende aus dem bev├Âlkerungsreichsten Land eingef├╝hrt haben.

Etliche EU-Staaten wie Italien, Frankreich oder Spanien haben die Einreiseregeln in den vergangenen Tagen bereits auf eigene Faust versch├Ąrft. Dies weckte Erinnerungen an den Beginn der Pandemie, als die Regeln in Europa von Land zu Land verschieden und f├╝r Reisende schwer zu ├╝berblicken waren. Die Verst├Ąndigung vom Mittwoch soll nun f├╝r eine geschlossene Reaktion der EU sorgen.

Auch die Bundesregierung wollte sich in Br├╝ssel f├╝r eine einheitliche europ├Ąische Regelung einsetzen. Berlin zeigte sich jedoch vor allem daran interessiert, „ein Virusvariantenmonitoring aufzustellen“, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte. Die bisher aus China bekannten Varianten des Coronavirus seien noch die, die auch in Deutschland zirkulierten, „aber wir m├Âchten nat├╝rlich fr├╝hzeitig wissen, ob sich daran irgendetwas ├Ąndert“.

Die EU-Gesundheitsbeh├Ârde ECDC hatte mit Blick auf die Lage in China zuletzt Entwarnung gegeben. Diese habe voraussichtlich keine Auswirkungen auf die epidemiologische Situation in Europa, teilte die Beh├Ârde am Dienstag mit. Auch sie betonte, dass die Varianten in der Volksrepublik in der EU schon im Umlauf seien und deshalb keine Herausforderung f├╝r die Immunantwort von EU-B├╝rgern darstellten. Dass die EU-Staaten sich nun auf neue Massnahmen verst├Ąndigt haben, liegt auch daran, dass die Datenlage aus China als unzureichend gilt.

Dabei hatte Peking zuletzt betont, transparent Informationen ├╝ber die j├╝ngste Ausbreitung des Virus geteilt zu haben. Zugleich sprach das Aussenamt sich gegen strikte Einreisebestimmungen anderer L├Ąnder f├╝r Reisende aus der Volksrepublik aus. WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan betonte am Mittwoch, die Forderung nach Tests sei keine Reisebeschr├Ąnkung.

(text:sda/bild:unsplash)