23 April 2023

Coop-Chef rechnet mit weiter steigenden Nahrungsmittelpreisen

Coop-Chef Philipp Wyss (im Bild) rechnet mit weiter steigenden Preisen im Sortiment des Detailhandelsriesen. „In unserem SupermarktgeschĂ€ft wurden Nahrungsmittel 2022 1,4 Prozent teurer. FĂŒrs laufende Jahr dĂŒrfte es im Ă€hnlichen Stil weitergehen“, sagte Wyss in einem Interview.

Der grosse Teuerungsschub sei aber vorbei, sagte Wyss in dem am Sonntag veröffentlichten GesprĂ€ch mit dem Nachrichtenportal 20minuten.ch. „Wir hatten kĂŒrzlich wieder bei 60 Produkten AbschlĂ€ge, etwa bei Kaffee, Windeln oder KĂ€se. Bald reduzieren wir weitere Preise.“

Über viele Jahre war eine Teuerung hierzulande kaum ein Thema. „Von 2011 bis 2021 hatten wir insgesamt nur 2,5 Prozent – und bei den Lebensmitteln gab es sogar eine Minusteuerung“, blickte Wyss zurĂŒck. Ein Jahr mit fast drei Prozent Inflation sei bei Coop insbesondere fĂŒr die EinkĂ€ufer eine grosse Herausforderung. „Wir haben aber nicht einfach alle AufschlĂ€ge der Zulieferer akzeptiert.“

Nach fĂŒr vor zu kĂ€mpfen hat der Schweizer Detailhandel mit dem Einkaufstourismus der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten im grenznahen Ausland. „Immerhin ist er im Vergleich zu 2019 um 20 bis 30 Prozent zurĂŒckgegangen“, hielt Wyss fest. Aber der gesamte Einkaufstourismus sei immer noch so gross, wie Coop in allen SupermĂ€rkten zusammen Umsatz mache.

In den eigenen LĂ€den investiert die Gruppe laut Wyss jedes Jahr gegen eine Milliarde Franken in die Erneuerung. „Bis 2025 soll die HĂ€lfte unserer rund 1000 LĂ€den im neuen Konzept daherkommen. FrĂŒher erneuerte man einen Laden etwa alle 20 Jahre, jetzt sind wir bei zehn bis 15 Jahren.“ Insgesamt stellt Wyss einen Trend hin zu kleineren LĂ€den in der NĂ€he fest.

(text:sda/bild:sda)