27 Januar 2022

Cassis mahnt an Holocaust-Gedenktag zu Verantwortung

Bundespr├Ąsident Ignazio Cassis hat am internationalen Holocaust-Gedenktag am Donnerstag zum Einstehen gegen Antisemitismus und Rassismus aufgerufen. Am 27. Januar 1945 hatte die sowjetische Rote Armee das Nazi-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit.

„Wir haben die Verantwortung, gegen Antisemitismus, Rassismus, Hass und Gewalt und Totalitarismus einzustehen“, sagte Cassis in seiner zuvor aufgezeichneten Grussbotschaft vor den im Geb├Ąude des Weltpostvereins in Bern geladenen G├Ąsten. Der Bundesrat spreche sich klar und unmissverst├Ąndlich gegen Antisemitismus und Rassismus aus, hiess es in der Mitteilung seines Aussendepartements (EDA) weiter.

Laut Cassis hat der Bundesrat im vergangenen Juni einen Bericht verabschiedet mit Empfehlungen, wie die Massnahmen gegen Antisemitismus in der Schweiz weiterentwickelt werden k├Ânnen.

„Wenn wir uns an den Holocaust erinnern, tun wir dies f├╝r die Millionen von Menschen, die ihn nicht ├╝berlebt haben. Wir tun es aber auch f├╝r die Hinterbliebenen. Wir tun es f├╝r uns“, sagte Cassis weiter. „Nur, wenn wir verstehen, wie etwas geschehen konnte, k├Ânnen wir solche Gr├Ąueltaten in Zukunft verhindern.“

Die nach dem Krieg geborenen Generationen tr├╝gen keine Verantwortung f├╝r den Holocaust. „Aber wir tragen sehr wohl die Verantwortung, uns zu erinnern und alles daran zu setzen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt“, so Cassis weiter.

„Wir trauern auch um die tausenden j├╝dischen Frauen, M├Ąnner und Kinder, die in der Schweiz Schutz suchten, die wir aber im Stich gelassen haben“, machte Nationalratspr├Ąsidentin Ir├Ęne K├Ąlin angesichts der an der Schweizer Grenze damals Zur├╝ckgewiesenen deutlich. Die Aargauer Gr├╝nen-Politikerin warnte auch davor, das Erinnern zu vergessen, sobald die letzten Holocaust-├ťberlebenden gestorben seien.

Die israelische Botschaft in Bern hatte zum internationalen Holocaust-Gedenktag eingeladen, an dem unter anderem auch die Botschafter Israels, Deutschlands und eine Vertreterin der US-Botschaft zu Wort kamen.

Das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau westlich von Krakau in Polen war eines von mehreren Vernichtungs- und Konzentrationslagern im Machtbereich des nationalsozialistischen Deutschlands, wo allein mindestens sechs Millionen Juden aus ganz Europa auf deutschen Befehl ermordet wurden neben Sinti und Roma, Homosexuellen, politischen Gefangenen und anderen von den Nazis Verfolgten.

(text:sda/bild: