24 November 2021

Bundesrat will weiterhin keine schÀrferen nationalen Corona-Regeln

Trotz kritischer Lage, verschiedener Appelle aus der Wissenschaft und Lockdowns im Ausland will der Bundesrat weiterhin nichts von einer schweizweiten VerschĂ€rfung der Corona-Massnahmen wissen. Er nimmt dafĂŒr erneut die Kantone in die Verantwortung.

Der Tenor in der Landesregierung lautete am Mittwoch weiterhin: Keine neuen Massnahmen, stattdessen soll die Katastrophe mit Selbstverantwortung und schnellem Handeln der Kantone verhindert werden. Gleichzeitig schreibt der Bundesrat, dass er die epidemische Situation als „kritisch“ einschĂ€tzt.

Dass er dennoch mit schĂ€rferen nationalen Corona-Massnahmen zuwartet, begrĂŒndet der Bundesrat mit „der aktuell relativ tiefen Belastung der Intensivpflegestationen mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten und den grossen regionalen Unterschieden“. Er halte an der mit den Kantonen vereinbarten Zusammenarbeit fest, wonach bei regional unterschiedlicher Entwicklung der Pandemie die Kantone die notwendigen Massnahmen ergreifen mĂŒssten.

Zudem appelliert der Bundesrat erneut an die Bevölkerung, sich an die Basismassnahmen wie Abstand halten, Maske tragen, LĂŒften und Testen zu halten. Mit der konsequenten Umsetzung der Regeln könne eine Überlastung der SpitĂ€ler verhindert werden.

Laut dem Bundesrat wird sich die Situation in den kommenden Wochen weiter verschĂ€rfen. „Die erhöhte Viruszirkulation bei den jĂŒngeren Altersgruppen dĂŒrfte zu einer erhöhten Übertragung des Virus auf die Risikogruppen und einem – möglicherweise sehr raschen – Anstieg der Hospitalisierungen fĂŒhren.“ Die Regierung hĂ€lt es aber fĂŒr möglich, dass sich diese Entwicklung mit einer VerhaltensĂ€nderung der Bevölkerung und regionalen VerschĂ€rfungen der Massnahmen abwenden lĂ€sst.

Aus den Kantonen ertönten in den vergangenen Tagen angesichts der wieder stark steigenden Fallzahlen, mehr Covid-Patienten in den SpitĂ€lern und der teils dramatischen Lage in Österreich und Deutschland Rufe nach landesweiten Massnahmen – darunter eine Ausweitung der Maskenpflicht und vermehrtes Homeoffice. FĂŒr den Bundesrat stehen jedoch regionale Ausweitungen der Maskenpflicht, namentlich auch in Schulen, der Homeoffice-Pflicht oder der KapazitĂ€tsbeschrĂ€nkungen im Vordergrund.

(text&bild:sda)