16 Januar 2024

Bundespr├Ąsidentin Amherd redet WEF-Teilnehmern ins Gewissen

Bei der Er├Âffnungsrede am Weltwirtschaftsforum (WEF) am Dienstag hat Bundespr├Ąsidentin Viola Amherd den anwesenden Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ins Gewissen geredet. Sie appellierte an Regeln, um verlorengegangenes Vertrauen wiederherzustellen.

Dabei st├╝tzte sie sich auf das Motto des diesj├Ąhrigen WEF „Rebuilding Trust“ („Vertrauen wiederherstellen“). Dieses sei keine freundliche Floskel, sondern zeige unverbl├╝mt, dass es schlecht um das gegenseitige Vertrauen der Weltgemeinschaft stehe, sagte Amherd am Dienstagvormittag im Davoser Kongresszentrum. „Teile der Bev├Âlkerung misstrauen uns allen, die wir hier versammelt sind“, so Amherd.

Sie appellierte deshalb an die Verantwortung der Anwesenden, das Vertrauen wiederherzustellen. Dies bedinge Spielregeln: Einen offenen und transparenten Austausch, Einsicht zu Kompromissen und Verl├Ąsslichkeit.

Dabei sprach sie nicht nur Staaten, sondern auch Organisationen des multilateralen Systems an. Alle m├╝ssten verhindern, dass Machtpolitik die Lebensgrundlagen zerst├Âre. Es brauche daher dringend reale Fortschritte in der ├Âkologischen Transformation. Schliesslich m├╝ssten dann aber Vereinbarungen auch umgesetzt werden, nur so werde Vertrauen geschaffen.

„Etliche von Ihnen hier im Saal haben die M├Âglichkeit, in ihren Unternehmen den Zusammenhalt und den sozialen Ausgleich zu st├Ąrken“, sagte Amherd. Wenn sich die angebliche Elite als „abgehobene Kaste“ zelebriere, w├Ąhrend viele Familien kaum ├╝ber die Runden k├Ąmen, wachse das Misstrauen. Dann k├Ânnen die Regierungen die besten Vorschl├Ąge bringen, sie w├╝rden nicht geh├Ârt.

„Wer fordert, soll leisten“, sagte Amherd weiter. Die Schweiz tue dies, indem sie sich f├╝r den Aufbau von neuem Vertrauen einsetze, etwa durch die traditionellen „Guten Dienste“ oder als Mitglied des Uno-Sicherheitsrats.

Die Eidgenossenschaft wolle dazu beitragen, L├Âsungen zu erarbeiten – trotz des zunehmenden Blockdenkens. Man sei den negativen Trends nicht ausgeliefert. „Wir k├Ânnen sie brechen, machen wir uns an die Arbeit“, so Amherd.

Das Forum in den Bergen finde „vor dem kompliziertesten geopolitischen und geo├Âkonomischen Hintergrund seit Jahrzehnten statt“, sagte WEF-Pr├Ąsident B├Şrge Brende bei der Er├Âffnung des Treffens. Neben den Kriegen sollen auch die Klimakrise, steigende Lebenshaltungskosten und die Herausforderungen durch K├╝nstliche Intelligenz (KI) Themen der Beratungen sein.

Es sei eine Besonderheit des WEF, themen├╝bergreifend zu diskutieren, sagte der Forum-Gr├╝nder Klaus Schwab in seiner Ansprache. Er forderte klare Ansagen und Handlungen, damit die „Zukunft der Menschheit und Natur gesichert ist.“

(text:sda/symbolbild:unsplash)