26 Januar 2023

Bundespr├Ąsident Alain Berset geht aufs Ganze

Bundespr├Ąsident Alain Berset geht aufs Ganze – so lautet der Tenor der Schweizer Presselandschaft nachdem der Magistrat am Mittwoch ├╝ber den Bundesratssprecher hat verlauten lassen, von den Corona-Indiskretionen in seinem Departement nichts gewusst zu haben.

Mit dem Dementi mache Berset “seinen Ruf, seine Glaubw├╝rdigkeit und wohl auch seinen Verbleib in der Regierung davon abh├Ąngig, dass ihm kein Mitwissen oder gar eine Mitt├Ąterschaft an den – bislang unbewiesenen und bestrittenen – Taten nachzuweisen ist”, hiesse es in den Tamedia-Titeln.

Die “Neue Z├╝rcher Zeitung” stiess ins gleiche Horn: “Berset steht mit dem R├╝cken zur Wand.” Der Innenminister gehe “all in” – und bewege sich fortan auf d├╝nnem Eis. K├Ąme heraus, dass er gelogen hat, sei es aus. Dass Berset nichts von der T├Ątigkeit seines damaligen Kommunikationschefs Peter Lauener gewusst haben soll, bezeichnete die Zeitung als unplausibel. “Die Nonchalance, mit der er ihn fallenl├Ąsst, ist schon fast unheimlich.”

“Blick” kritisierte Bersets Wortkargheit. Er versprach lediglich, vollumf├Ąnglich mit der GPK zusammenzuarbeiten. “Selbst auf die Frage, weshalb er zur Medienkonferenz antrete, wenn er den Journalisten doch nichts sage, sagte er nichts”, schrieb die Zeitung. In der am Mittwoch von Bundesratssprecher Andr├ę Simonazzi abgegeben Erkl├Ąrung nach der Bundesratssitzung hiess es, das Gremium werde “die Gesch├Ąfte auf der Grundlage des wiederhergestellten Vertrauens weiterf├╝hren”. “Ob das so bleibt, wird sich weisen”, kommentierte “Blick”.

Die “CH Media”-Titel indes bezeichneten die abgegebene Erkl├Ąrung als “nichts anderes als ein heftiger R├╝ffel seiner Bundesratskollegen”. Trotzdem scheine f├╝r den Bundesrat die Sache damit abgeschlossen.

(text:sda/bild:sda)