20 April 2023

Bund will Zusatzkosten bei Kindern mit Geburtsgebrechen zahlen

Das Bundesamt fĂŒr Sozialversicherungen (BSV) hat auf die Kritik reagiert, der Bund habe die Praxis bei der KostenĂŒbernahme fĂŒr Behandlungen von Kindern mit Geburtsgebrechen geĂ€ndert. Als Übergangslösung ĂŒbernimmt der Bund die entstandenen Zusatzkosten, damit betroffene Familien dadurch nicht belastet werden.

FĂŒr die Invalidenversicherung (IV) ist zentral, dass die Versorgung der betroffenen Kinder nicht gefĂ€hrdet wird und sich die Situation der Familien weder finanziell noch qualitativ verschlechtert, wie das BSV am Donnerstag mitteilte. Die IV werde deshalb bis auf weiteres Zusatzkosten vergĂŒten, die ĂŒber den geltenden HöchstvergĂŒtungsbetrĂ€gen liegen.

Bei medizinischem Bedarf ĂŒbernehme die IV auch die Kosten fĂŒr Mittel und GegenstĂ€nde, Dienstleistungen und Verbrauchsmaterial, die nicht auf der Liste fĂŒr Mittel und GegenstĂ€nde aufgefĂŒhrt seien. Die IV vergĂŒte zudem auch ZweitgerĂ€te, wenn wegen eines Defekts ein schneller Ersatz gebraucht werde und wenn dies von einem Arzt oder einer Ärztin bestĂ€tigt wurde. Bestehende VerfĂŒgungen der IV behielten ihre GĂŒltigkeit, so das Bundesamt.

Laut BSV haben etliche Familien mit Kindern, die an einem Geburtsgebrechen leiden, in den vergangenen Wochen Rechnungen fĂŒr Mittel und GegenstĂ€nde erhalten, die fĂŒr Untersuchungen oder Behandlungen benötigt werden und deren Kosten bisher die IV ĂŒbernommen hat. Betroffen sind rund 400 Familien.

Grund fĂŒr die in den vergangenen Tagen entstandene Verunsicherung sei, dass ein Anbieter höhere Preise verrechnete, als dafĂŒr maximal vorgesehen sei. Dieser habe die Preise nach einer vom BSV initiierten Kostenrevision nicht angepasst und in mehreren FĂ€llen der IV die aktuell gĂŒltigen HöchstvergĂŒtungsbetrĂ€ge und den Versicherten den Differenzbetrag verrechnet.

Die IV werde die betroffenen Familien in den nĂ€chsten Tagen kontaktieren und darĂŒber informieren, so das BSV. Betroffene Familien wĂŒrden darin unterstĂŒtzt, zu Anbietern zu wechseln, welche die geltenden HöchstvergĂŒtungsbetrĂ€ge der IV einhielten. Entsprechende qualitativ gleichwertige Angebote stĂŒnden zur VerfĂŒgung. Das hĂ€tten AbklĂ€rungen ergeben.

Die „NZZ am Sonntag“ hatte vergangenen Sonntag darĂŒber berichtet, dass der Bund Leistungen der IV fĂŒr Kinder gegen den Willen des Parlaments gestrichen habe.

(text:sda/bild:archiv)