1 Februar 2023

Bund stuft Engpass bei Medikamenten als „problematisch“ ein

In der Schweiz hat sich der Engpass bei der Versorgung mit lebenswichtigen Arzneimitteln versch├Ąrft. Der Bund stuft die Lage neu als „problematisch“ ein, wie der Bundesrat am Mittwoch bekannt gab. Eine Expertengruppe soll Sofortmassnahmen pr├╝fen.

Die Engp├Ąsse betreffen zunehmend Medikamente, die oral eingenommen werden, wie das Departement f├╝r Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) mitteilte. Anders als in den vergangenen Jahren, als vor allem Spit├Ąler von den Engp├Ąssen betroffen waren, fehlen die Arzneimittel nun auch in Apotheken und Arztpraxen oder f├╝r die Behandlung zu Hause.

Grosse Schwierigkeiten bestehen gem├Ąss Angaben der Landesversorgung etwa bei den Schmerzmitteln Paracetamol und Ibuprofen, insbesondere bei den Sirupen f├╝r Kinder. Kritisch sei die Situation ausserdem bei Antibiotika, Tuberkulostatika, Adrenalin Fertigpens, Reiseimpfstoffen und oralen Opioiden. Daneben gibt es bekanntermassen Schwierigkeiten bei der Versorgung mit hochdosierten Methadon-Produkten, weil Swissmedic einem Versorger wegen M├Ąngeln die Betriebsbewilligungen und Zulassungen entzogen hat.

Die Taskforce unter der Leitung des Delegierten f├╝r wirtschaftliche Landesversorgung, Kurt Rohrbach, soll nun Massnahmen finden, welche die Engp├Ąsse rasch lindern. Im Juli ├╝bernimmt Hans H├Ąfliger dieses Amt. Einzelne knappe Wirkstoffe w├╝rden ausserdem eng beobachtet. Bei verschiedenen Produkten werde auf die Pflichtlager zur├╝ckgegriffen.

Der aktuelle weltweite Mangel etwa an Antibiotika sei durch die Corona-Pandemie und die Lockdowns in China aber noch versch├Ąrft worden. Hinzu kam gem├Ąss Mitteilung in den vergangenen Wochen die starke Ansteckungswelle mit grippe├Ąhnlichen Erkrankungen.

Mittel- und langfristige Massnahmen seien bereits in Gang gesetzt worden, hiess es weiter. Sie zielen demnach darauf ab, Produktions- und Lieferengp├Ąsse fr├╝her und breiter zu erfassen. Zudem soll der Umgang mit solchen Engp├Ąssen erleichtert werden. Daneben sollen die Marktbedingungen verbessert werden, damit St├Ârungen reduziert werden k├Ânnen.

Der Schweizerische Apothekerverband Pharmasuisse begr├╝sst die getroffenen Massnahmen, wie der Verband am Nachmittag mitteilte. Dies, „weil es an der Front wirklich problematisch ist, sowohl f├╝r Apotheker und ihre Teams als auch f├╝r Patienten“.

(text:sda/bild:sda)