26 Oktober 2021

Bund empfiehlt Booster-Impfung nur f├╝r Personen ab 65 Jahren

Nach der Zulassung der Booster-Impfungen gegen Covid-19 durch das Heilmittelinstitut Swissmedic empfiehlt der Bund solche Auffrischimpfungen nur Personen ├╝ber 65 Jahren. F├╝r die breite Bev├Âlkerung sei eine dritte Impfung derzeit nicht zugelassen und nicht empfohlen.

Das teilten das Bundesamt f├╝r Gesundheit (BAG) und die Eidgen├Âssische Kommission f├╝r Impffragen (Ekif) am Dienstag gemeinsam mit. Die Empfehlung stehe im Einklang mit dem Zulassungsentscheid von Swissmedic und ergebe sich aus der aktuellen Datenlage.

Die verf├╝gbaren wissenschaftlichen Daten zeigten, dass geimpfte Personen sehr gut vor einer schweren Covid-19 Erkrankung gesch├╝tzt seien. Der Impfschutz betrage nach einer vollst├Ąndigen Impfung weiterhin ├╝ber 90 Prozent. Wer sich trotz Impfung anstecke, habe meist keine oder nur milde Symptome und erkranke selten schwer. „Eine Auffrischimpfung f├╝r die gesamte Bev├Âlkerung erachten Ekif und BAG deshalb im Moment nicht f├╝r angezeigt.“

Dagegen solle eine Auffrischimpfung ├Ąltere Menschen noch besser vor schwerer Erkrankung sch├╝tzen, schreibt der Bund. Einzelne Studien wiesen darauf hin, dass der Impfschutz insbesondere bei den ├Ąltesten Personen ├╝ber die Zeit etwas nachlassen k├Ânne.

Deshalb sollen Personen ab 65 Jahren fr├╝hestens sechs Monate nach der zweiten Impfung einen „Booster“ erhalten, wie es in der Mitteilung heisst. Die Empfehlung gelte ganz besonders f├╝r Bewohnerinnen und Bewohner in Alters- und-Pflegeheimen und f├╝r ├Ąltere Personen mit schweren Grunderkrankungen.

Die detaillierten Impfempfehlungen werden laut BAG und Ekif in den kommenden Tagen publiziert. Alle berechtigten Personen k├Ânnen sich demnach ab Anfang November zur Auffrischimpfung anmelden. „Die vom Bund zur Verf├╝gung gestellten IT-Systeme f├╝r die Anmeldung, Dokumentation und das Monitoring werden bis dann funktionsbereit sein.“

F├╝r die Durchf├╝hrung der Auffrischimpfungen sind die Kantone zust├Ąndig; sie bereiten sich darauf vor, ab Mitte November damit beginnen zu k├Ânnen. Kantonsvertreterinnen und -vertreter hatten in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass sie f├╝r breite Drittimpfungen bereit seien.

Bisher hatten die Schweizer Beh├Ârden die Booster-Impfung nur Personen empfohlen, deren Immunsystem geschw├Ącht ist – etwa Menschen, die eine Transplantation hinter sich haben. Bisher wurden in der Schweiz laut Angaben des Bundes gut 7700 dritte Impfdosen verabreicht. Eine dritte Dosis kann Personen mit geschw├Ąchtem Immunsystem nach mindestens 28 Tagen verabreicht werden.

Gesundheitsminister Alain Berset hatte am vergangenen Freitag gesagt, er halte Booster-Impfungen f├╝r eine beschr├Ąnkte Personengruppe durchaus f├╝r sinnvoll. Eine generelle dritte Impfung komme derzeit jedoch nicht infrage. Es gebe aktuell noch „wenig Evidenz in Bezug auf den Nutzen einer Booster-Impfung f├╝r alle“, erkl├Ąrte gleichentags Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbew├Ąltigung und internationale Zusammenarbeit im BAG.

(text:sda/bild:sda)