21 April 2021

Breite Zustimmung zum Drei-Phasen-Modell ├╝ber alle Parteigrenzen

Das vom Bundesrat am Mittwoch vorgestellte Drei-Phasen-Modell st├Âsst bei den Parteien ausser bei der SVP auf breite Zustimmung. Die Landesregierung zeige der Bev├Âlkerung Perspektiven auf, lautet der Grundtenor.

Die FDP begr├╝sst das Drei-Phasen-Modell f├╝r weitere Lockerungen der Corona-Massnahmen. Zentrale Bedingung daf├╝r sei aber eine erfolgreiche Impfkampagne, und wichtig sei die rasche Einf├╝hrung eines f├Ąlschungssicheren und international anerkannten Impf-Zertifikats, schreibt die Partei in einer Reaktion auf die Ank├╝ndigungen von Gesundheitsminister Alain Berset. Leider verlaufe die Impfkampagne weiterhin schleppend, was Zweifel am federf├╝hrenden Bundesamt aufkommen lasse.

Zustimmung auch bei der SP Schweiz zum 3-Phasen-Modell: Es gebe den Menschen eine Perspektive und zeige die Wichtigkeit der Impfkampagne auf, hiess es auf Anfrage. Die SP habe immer gefordert, dass wissenschaftlich abgest├╝tzte Lockerungen mit verst├Ąrkten Anstrengungen hinsichtlich Impfungen, Tests und Contact Tracing einhergehen m├╝ssten. Die SP setze sich auch daf├╝r ein, dass die Wirtschaftshilfen weiterhin unvermindert zu den Betroffenen fliessen w├╝rden, „denn auch bei Lockerungen sind viele Betriebe noch weit vom Normalzustand entfernt“.

Die Mitte begr├╝sst, dass der Bundesrat „mit seinem Drei-Phasen-Modell f├╝r uns alle Perspektiven schafft“. Wichtig sei, dass die Gesellschaft weiterhin solidarisch bleibe, Verantwortung ├╝bernehme und gemeinsam Erreichtes nicht aufs Spiel setze, heisst es in einer Reaktion der Partei vom Mittwochnachmittag auf Twitter.

Auch Gr├╝ne und Gr├╝nliberale reagieren grunds├Ątzlich positiv darauf, dass der Bundesrat ├╝berhaupt eine Perspektive aufzeigt. Endlich entwickle der Bundesrat Szenarien, die vom Impffortschritt abh├Ąngig seien. Tempo und Risiko seien aber hoch, schreibt Gr├╝nen-Pr├Ąsident Balthasar Gl├Ąttli auf Twitter. Dennoch gelte: ├ľffnungsperspektiven f├╝r die Veranstaltungsbranche w├╝rden wenig bringen, wenn es mit dem vom Parlament beschlossenen Schutzschirm nicht vorw├Ąrts gehe.

Die Lage sei zu fragil f├╝r weitere Lockerungen, schreibt J├╝rg Grossen, Pr├Ąsident der Gr├╝nliberalen Schweiz, auf Twitter. Mit dem Drei-Phasen-Modell biete der Bundesrat eine Perspektive zur Weiterentwicklung der Schutzmassnahmen. Das sei zu begr├╝ssen, insbesondere die Verkn├╝pfung mit der Impfbereitschaft und dem Fortschritt der Impfkampagne.

F├╝r den Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse schafft das Modell einen Plan f├╝r eine weitgehende R├╝ckkehr zur Normalit├Ąt in der zweiten Jahresh├Ąlfte.

Aus Sicht der SVP schiebt der Bundesrat die Verantwortung auf die Bev├Âlkerung ab und und verweigere die R├╝ckkehr zur Normalit├Ąt f├╝r die Geimpften, Getesteten und Genesenen. Entgegen dem Alarmismus von Wissenschaft und Bundesamt f├╝r Gesundheit (BAG) habe sich die Corona-Lage in der Schweiz nicht verschlechtert, teilte die Partei mit. Die einschr├Ąnkenden Massnahmen liessen sich nicht mehr rechtfertigen.

Mit Ern├╝chterung reagiert der schweizerische Arbeitgeberverband, begr├╝sst aber den Plan, den er bisher vermisst hatte. Es sei aber nicht einsichtig, wieso der Bundesrat weitere ├ľffnungsschritte etwa f├╝r den Detailhandel oder die Innenr├Ąume des Gastgewerbes bis am 26. Mai verz├Âgere. Auch die aus Sicht des Verbands unn├Âtige Homeoffice-Pflicht bleibe bestehen.

(text:sda/bild:cs)