15 MĂ€rz 2024

Die Bier-Marke Chopfab scheint gerettet

Die Appenzeller Brauerei Locher hat die Aktienmehrheit des kriselnden Bierherstellers Chopfab Boxer ĂŒbernommen. Die Marke bleibt jedoch als eigenstĂ€ndiges Unternehmen erhalten.

Zusammen mit der Quöllfrisch-Brauerei Locher und den Partnern hĂ€tten sie seit rund zwei Monaten an der Sanierung des Unternehmens gearbeitet, wird Chopfab-GrĂŒnder und GeschĂ€ftsfĂŒhrer Philipp Bucher in einer Mitteilung vom Freitag zitiert. Das sei jetzt gelungen. Mit den AktionĂ€ren, den Banken und den GeschĂ€ftspartnern sei eine Einigung erzielt worden.

„Wir freuen uns, dass wir gemeinsam das Fortbestehen von Chopfab Boxer sichern können“, sagte AurĂšle Meyer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Brauerei Locher, gemĂ€ss der Mitteilung. Sein Unternehmen ĂŒbernimmt mit der Einigung die Aktienmehrheit.

Chopfab Boxer stehe nun wieder auf einer soliden Basis, hiess es weiter. Um das Unternehmen zurĂŒck auf Erfolgskurs zu bringen, wĂŒrden gemeinsam mit Locher verschiedene Massnahmen zur Nutzung von Synergien ausgearbeitet. Die beiden Produktionsstandorte in Winterthur ZH und Yverdon-les-Bains VD sollen bestehen bleiben.

Die Craft-Bierbrauerei Chopfab wurde 2012 gegrĂŒndet. 2017 ĂŒbernahm sie die WaadtlĂ€nder Brauerei Boxer. Nach eigenen Angaben erreicht das Unternehmen heute einen Marktanteil von rund drei Prozent und beschĂ€ftigt rund 80 Mitarbeitende.

Die ProfitabilitĂ€t des Unternehmens habe leider nicht mit dem Marketing- und Absatzerfolg mithalten können, hiess es weiter. Zur Krise beigetragen hĂ€tten auch die Corona-Pandemie, die Teuerung im Energie- und Rohstoffbereich und die gestiegenen Zinsen. Dadurch sei Chopfab in „existenzbedrohende Schwierigkeiten“ geraten.

Wie gross die Schulden waren, wollte das Unternehmen nach Bekanntwerden der Krise nicht beziffern. Die Schulden hÀtten aus Darlehen von AktionÀren und Banken bestanden. GlÀubiger seien auch Lieferanten und staatliche Institutionen gewesen.

Chopfab Boxer suchte nach eigenen Angaben explizit nach einer Schweizer Lösung. Die Brauerei Locher als Familienunternehmen war dabei ihr Wunschpartner.

Mit der nun zustande gekommenen Sanierung spannt Chopfab Boxer als sechstgrösste Brauerei mit der Nummer drei der Schweiz zusammen. Gemeinsam könnten die beiden laut einer SchĂ€tzung der „Handelszeitung“ zu Heineken aufschliessen – dem mit den Marken Calanda oder Eichhof zweitgrössten Anbieter in der Schweiz – oder diese sogar ĂŒberholen.

(text:sda/bild:keystone)