24 Februar 2022

BLS gibt die neugeplante WerkstÀtte Chliforst auf

Es wird immer deutlicher, dass der Bau einer WerkstĂ€tte in Chliforst Nord aufgrund juristischer Verfahren ĂŒber Jahre verzögert oder gar verunmöglicht wird. Damit die ZĂŒge sicher fahren können, mĂŒssen sie fĂŒr Servicearbeiten einmal pro Woche in eine WerkstĂ€tte. DafĂŒr benötigt die BLS zusĂ€tzliche KapazitĂ€t. Die BLS plant daher den Um- und Neubau ihrer WerkstĂ€tte in Oberburg.

Die BLS hat den Kanton Bern, die Gemeinden und Anwohner sowie Umweltspezialistinnen in ihr Vorhaben, eine neue WerkstĂ€tte in Chliforst Nord zu bauen, einbezogen. Trotzdem ist der Widerstand gegen das Projekt auch nach Jahren der Planung sehr gross. Daniel Schafer, CEO der BLS, hat sich in seinen ersten Monaten im Amt ein Bild der Situation verschafft: «Ich will die Blockade lösen. Wir wollen nicht lĂ€nger auf der Stelle treten und zĂŒgig mit dem Bau unserer WerkstĂ€tte beginnen. Nur so können wir sicherstellen, dass wir auch in den nĂ€chsten Jahren genĂŒgend einsatzfĂ€hige ZĂŒge fĂŒr unsere Kundinnen und Kunden haben.»

Damit ein BLS-Zug sicher fahren kann, mĂŒssen einmal pro Woche Servicearbeiten in einer WerkstĂ€tte ausgefĂŒhrt werden. Ohne zusĂ€tzliche WerkstĂ€tten-KapazitĂ€t zeichnet sich ab 2027 eine ServicelĂŒcke ab. Dadurch könnte ein Drittel der BLS-ZĂŒge nur verzögert gewartet werden. Kombiniert mit der Situation in Chliforst Nord, bei der sich abzeichnet, dass juristische Verfahren den Bau einer neuen WerkstĂ€tte ĂŒber Jahre verzögern oder gar verunmöglichen, ist das Risiko eines Stillstands zu gross. Das will die BLS verhindern.

Deshalb hat die BLS entschieden, die Planung fĂŒr einen Neubau in Chliforst Nord zu stoppen und einen Um- und Neubau der WerkstĂ€tte in Oberburg zu planen. Seit 1977 existiert in Oberburg eine WerkstĂ€tte und die BLS ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Das Areal ist Teil eines Industriegebiets und liegt am BLS-Streckennetz. Erste GesprĂ€che mit Gemeinden, Politikern, GrundeigentĂŒmern und Vertretern der Ämter betreffend Oberburg konnten bereits stattfinden. Stefan Berger, StadtprĂ€sident von Burgdorf: «Die Stadt unterstĂŒtzt die PlĂ€ne der BLS. Dadurch wird die Geschichte Burgdorfs als â€čBahn-Standortâ€ș weitergefĂŒhrt und es können ArbeitsplĂ€tze erhalten und neue geschaffen werden».

Das Projekt in Chliforst Nord bleibt gestoppt, bis die BLS umfassende Klarheit ĂŒber die Umsetzbarkeit des Um- und Neubaus in Oberburg hat. Das Projekt in Oberburg wird bis Ende 2023 weiter ausgearbeitet. Danach soll es dem Bundesamt fĂŒr Verkehr zur Genehmigung vorgelegt werden. Ein möglicher Baustart in Oberburg ist 2026 vorgesehen. Erste SchĂ€tzungen veranschlagen die Kosten fĂŒr den Um- und Neubau der WerkstĂ€tte Oberburg auf rund 200 Millionen Franken.

(text:pd/bild:zvg-bls)