Bisher schwerster Angriff auf Flughafen Riad – zwölf Tote
Beim bisher schwersten Angriff auf den internationalen Flughafen von Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad sind nach offiziellen Angaben mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden. Es ist die höchste Opferzahl bei einem Angriff auf den mit den USA verbündeten Golfstaat seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar. Riad machte die Huthi-Miliz im Jemen verantwortlich, die mit neuen Angriffen in dem Königreich drohte.
In sozialen Medien kursierten Videos, die Szenen nach dem Angriff zeigen sollen. Dabei ist unter anderem eine zerstörte Flughafenhalle zu sehen und wie Reisende durch dichten Rauch eilen, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Echtheit der Videos konnte nicht überprüft werden. An einem Terminal stiegen nach einer Explosion dunkle Rauchwolken auf. Erst am Donnerstag waren bei einem Angriff auf den Flughafen drei Menschen getötet worden.
Der Angriff auf eines der Passagierterminals sei ein „regelrechtes Kriegsverbrechen“, teilte das von Riad angeführte Militärbündnis mit, das im Jemen gegen die Huthi kämpft. Das Bündnis werde „entschlossen auf diesen Terrorangriff antworten“, erklärte Bündnissprecher Turki al-Maliki. Zu dem Angriff in Riad äusserte sich die Huthi-Miliz zunächst nicht direkt.
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „zutiefst schockiert“, Attacken auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstiessen gegen das Völkerrecht. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer „gefährlichen Eskalation“ und warnte: „Die Angriffe von Irans Stellvertretern treiben die Region in eine Spirale der Gewalt.“
Die Schweizer Behörden verurteilten den tödlichen Angriff. Das Land fordere „eine sofortige Deeskalation und ermahnt alle Konfliktparteien, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten, insbesondere den Schutz der Zivilbevölkerung und ziviler Infrastruktur“, schrieb das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten in einer Mitteilung auf dem Kurznachrichtendienst X.
(text:sda/symbolbild:pexels)