27 Februar 2024

Biden: Israel könnte Waffen im Ramadan ruhen lassen

US-Pr√§sident Joe Biden hat sich in der Talkshow des Komikers Seth Meyers zu einem m√∂glichen L√∂sungsweg im Gaza-Krieg ge√§ussert. „Es gibt einen Pfad nach vorn, mit Schwierigkeiten“, sagte Biden (81) in der am Montag aufgezeichneten Sendung.

Zuallererst m√ľssten die immer noch in Gaza gefangen gehaltenen israelischen Geiseln freigelassen werden. „Es gibt auch eine √úbereinkunft seitens der Israelis, dass sie keine Aktivit√§ten w√§hrend des (muslimischen Fastenmonats) Ramadan unternehmen w√ľrden, um uns die Zeit zu geben, alle Geiseln herauszubekommen“, erg√§nzte Biden.

Damit gab Biden letztlich wieder, was israelische Medien zuletzt √ľber die Verhandlungen der Vermittler in dem Konflikt berichteten. Demnach w√§re Israel bereit, eine rund sechsw√∂chige Waffenruhe zu akzeptieren. Dies sieht den Berichten zufolge ein von den Vermittlerstaaten √Ągypten, Katar und den USA k√ľrzlich in Paris vorgeschlagener Verhandlungsrahmen vor.

Nach der Aufzeichnung der Sendung hatte Biden am Montagabend (Ortszeit) zudem die Hoffnung auf eine baldige Feuerpause zwischen Israel und der Hamas konkretisiert. „Mein nationaler Sicherheitsberater sagt mir, dass wir nahe dran sind“, sagte Biden, w√§hrend er in Begleitung von Meyers ein Eis in New York ass. Noch sei man nicht am Ziel. „Ich hoffe, dass wir bis kommenden Montag eine Waffenruhe haben werden.“ Der muslimische Fastenmonat Ramadan beginnt um den 10. M√§rz. Ob die internationalen Vermittler bis dahin ein Abkommen √ľber einen erneuten Geisel-Austausch aushandeln k√∂nnen, ist jedoch ungewiss. Zuvor hatten Medien berichtet, dass die schwierigen Verhandlungen nicht vorank√§men.

Eine baldige Waffenruhe – im Zusammenhang mit der Freilassung von Geiseln im Austausch gegen pal√§stinensische H√§ftlinge – sah Biden als wichtigen Schritt auf einem Weg in Richtung Frieden in Nahost. „Ich denke, wenn wir das bekommen – eine vor√ľbergehende Feuerpause, werden wir in der Lage sein, in eine Richtung zu gehen, in der wir die Dynamik ver√§ndern k√∂nnen“, sagte Biden. Man werde dann „nicht sofort eine Zweistaatenl√∂sung haben, aber einen Prozess, um eine Zweistaatenl√∂sung zu erreichen.“ Damit ist die Gr√ľndung eines eigenst√§ndigen pal√§stinensischen Staates gemeint, der friedlich Seite an Seite mit Israel existiert. Der US-Pr√§sident gibt selten TV-Interviews.

(text:sda/bild:keystone)