13 Januar 2026

Bewegung schärft bei Schulkindern den Blick für Gefühle anderer

Kurze Sporteinheiten können bei Kindern die Wahrnehmung für Gefühle anderer verbessern. Das zeigt eine Studie der Universität Basel.
Die Erkenntnisse könnten im Schulalltag praktisch genutzt werden – etwa durch die Integration von 20-minütigen Sporteinheiten als „bewegte Pause“, wie die Universität Basel am Dienstag in einer Mitteilung schreibt.
Forschende des Departements Sport, Bewegung und Gesundheit teilten für ihre Untersuchung 100 Schulkinder im Alter von 9 bis 13 Jahren in drei Gruppen ein. Eine Gruppe führte während 20 Minuten spielerische Sportübungen durch, die nur in Zusammenarbeit mit anderen zu bewältigen waren.
Eine zweite Gruppe bewegte sich ebenfalls 20 Minuten lang, allerdings allein. Eine dritte Kontrollgruppe sah sich einen Sport-Dokumentarfilm an. Vor und direkt nach der jeweiligen Einheit absolvierten alle Kinder einen Computertest zur Emotionserkennung.
Das Ergebnis der Studie war für die Forschenden unerwartet: Jene Kinder, die die Sporteinheit allein durchgeführt hatten, zeigten danach eine messbar verbesserte Fähigkeit, Emotionen wie Wut, Angst oder Freude auf Bildern zu erkennen. Bei der Gruppe mit kooperativem Sport zeigte sich hingegen keine Verbesserung im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Die Forschenden vermuten, dass die ungewohnte Zusammenarbeit die kognitiven Ressourcen der Kinder stark beanspruchte. Die notwendige Koordination mit anderen könnte die mentalen Kapazitäten erschöpft haben.
Die Forschenden betonen, dass die Studie lediglich die kurzfristigen Effekte einer einzelnen Sporteinheit untersucht hat. Sie gehen davon aus, dass sich soziale Fähigkeiten durch kooperative Sportarten vor allem dann verbessern, wenn diese regelmässig und über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden. Geplant ist deshalb eine Folgestudie, bei der Kinder über zwölf Wochen hinweg dreimal pro Woche kooperativen Sport treiben sollen.

(text:sda/bild:unsplash)