15 Mai 2024

Besetzung der UniversitÀt Bern geht ohne Gewalt zu Ende

Die Polizei hat am frĂŒhen Mittwochmorgen die besetzten Teile an der Unitobler in Bern gerĂ€umt. Die Aktivistinnen und Aktivisten hĂ€tten keinerlei Widerstand geleistet, sagte eine Aktivistin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die 30 anwesenden Besetzerinnen und Besetzer verliessen um etwa 05.00 Uhr frĂŒh das GebĂ€ude und folgten damit einer Aufforderung der Polizei. Das berichtete ein Korrespondent von Keystone-SDA vor Ort.

Ein Polizeisprecher bestĂ€tigte zunĂ€chst nur den Einsatz. Weitere Informationen stellte er fĂŒr spĂ€ter in Aussicht. Medienschaffende hatten keinen Zugang zum Campus. Im Freien skandierten die Aktivisten Pro-PalĂ€stina-Parolen. Kurz darauf zogen sie ab.

Die Besetzer hatten zuvor ein Ultimatum der UniversitĂ€t Bern verstreichen lassen, die Besetzung bis Dienstagmittag zu beenden. Die Leitung der Hochschule hatte die Situation am Montag als inakzeptabel bezeichnet. Sie sei verpflichtet, den Studienbetrieb vollumfĂ€nglich zu gewĂ€hrleisten und dulde keine EinschĂŒchterung von Uni-Angehörigen.

Mehrere Dutzend Aktivisten und Aktivistinnen hatten am Sonntagabend mehrere RĂ€ume der Uni Tobler im LĂ€nggassquartier in Beschlag genommen, darunter die Mensa. Sie hatten zu einem „akademischen Boykott israelischer Institutionen“ aufgerufen. Die Uni wollte davon nicht wissen.

Sie toleriere keine EinschrĂ€nkung der Wissenschaftsfreiheit durch aktivistische Kreise. Deshalb habe man die Besetzung zum frĂŒhestmöglichen Zeitpunkt durch die Polizei beenden lassen, schrieb die Uni am Mittwochmorgen in einer Mitteilung.

Die UniversitĂ€tsleitung sei stets offen fĂŒr einen konstruktiven Dialog, der ein differenziertes Argumentieren beinhalte und der von gegenseitigem Respekt geprĂ€gt sei, liess sich Uni-Rektor Christian Leumann in der Mitteilung zitieren. Es sei Aufgabe der Wissenschaft, mit wissenschaftlich fundierten Argumenten ihre Sicht der Dinge darzulegen. Eine Besetzung und politisch motivierte Forderungen bieten keinen Rahmen fĂŒr einen konstruktiven Dialog“, erklĂ€rte er.

Die friedliche Besetzung wurde gerÀumt, obwohl mehr als 100 Akademikerinnen und Akademiker der UniversitÀt Bern einen offenen Brief unterschrieben haben, dass sie das in der Verfassung verankerte Recht auf friedlichen Protest respektieren, teilten die Uni-Besetzerinnen und -Besetzer ebenfalls am Mittwochmorgen mit.

Sie fordern, die UniversitÀt Bern solle sich mit PalÀstina solidarisieren, wie sie es mit der Ukraine bei der russischen Invasion gemacht habe.

(text:sda/bild:keystone)