3 Juni 2024

Beschwerde gegen Bauentscheid Morgeten Solar

Die Stiftung Landschaftsschutz, der Schweizer Alpen-Club SAC und Mountain Wilderness gelangen mit einer Beschwerde zum Bauentscheid Morgeten Solar im Simmental ans Berner Verwaltungsgericht. Die im Schnellverfahren bewilligte Grossanlage Morgeten Solar soll gerichtlich ĂŒberprĂŒft werden.

Mit der rund 8 Hektaren grossen Photovoltaik-FreiflĂ€chenanlage unterhalb der BĂŒrgle (Gemeinde Oberwil i.S.) auf ca. 2100 m ĂŒ.M. wurde schweizweit die erste Anlage gestĂŒtzt auf den „Solarexpress“ bewilligt. Es handelt sich um eine Grossanlage in einer grossrĂ€umig intakten Alplandschaft, die auch aus Sicht BiodiversitĂ€t, Landschaft und naturnaher Tourismus von hoher Bedeutung ist. Aufgrund zahlreicher offener Rechtsfragen und der grossen PrĂ€judizwirkung in Bezug auf die weiteren rund 50 Projekte, die durch den “Solarexpress” ausgelöst wurden, verlangen die VerbĂ€nde eine gerichtliche ÜberprĂŒfung, um Rechtsklarheit zu schaffen.

Die Auswirkungen der grossen Solaranlage auf die wertvolle und intakte Berglandschaft mit ihrer Flora und Fauna wurden ebenfalls ungenĂŒgend berĂŒcksichtigt. Auch die InteressenabwĂ€gung
ist, angesichts der fehlenden landschaftlichen Vorbelastung, der fehlenden BĂŒndelung mit anderen Infrastrukturen sowie der grossen Erschliessungsprobleme, mangelhaft. Zudem ist es unsicher, ob die Voraussetzungen fĂŒr das vereinfachte Verfahren gemĂ€ss „Solarexpress“ erfĂŒllt sind betreffend der minimalen Stromproduktion.

Die  Morgeten Solar AG nimmt Stellung zu den bemÀngelten Punkten:

Da die Beschwerden bei uns noch nicht eingegangen sind, stĂŒtzen wir uns auf die bereits veröffentlichten Medienberichte. Die offenen Rechtsfragen wurden in der Gesamtbaubewilligung vom 3. Mai 2024 bereits beantwortet. Wir gehen davon aus, weil es das erste Projekt im Rahmen des Solarexpress ist, dass dies durch alle Instanzen hindurch verzögert werden soll.

Schon seit einem Jahr ist die Frage, ob eine Rohrleitung in einem Strassenkörper durch eine Moorlandschaft gefĂŒhrt werden darf, geklĂ€rt. Die Behörden haben auf eine wirksame Koordination zwischen dem Baubewilligungsverfahren und dem Plangenehmigungsverfahren zur Leitung geachtet. Das ESTI hat dem BFE bereits am 24. Mai 2024 die Plangenehmigung beantragt. Die Grösse vom Projekt entspricht den Vorgaben im Solarexpress. Dies wurde von den Fachstellen des Kantons und des Bundes festgestellt. Zudem wĂ€re eine Vergrösserung jederzeit möglich.

(text:pd&awe /bild:zvg, energie thun: visualisierung ostgrat bĂŒrglen)