1 Dezember 2023

Berset fordert schnelles Handeln an Uno-Klimakonferenz

BundesprĂ€sident Alain Berset hat in seiner Rede die 28. Uno-Klimakonferenz (COP28) in Dubai als „SchlĂŒsselmoment“ bezeichnet. An der Konferenz wird Bilanz ĂŒber die Fortschritte gezogen, die unter dem Pariser Übereinkommen erreicht wurden.

Es sei der letzte Moment, um das Ziel zu erreichen, die globale ErwÀrmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf 1,5 Grad zu begrenzen, sagte Berset laut einer Mitteilung des eidgenössischen Departements des Innern (EDI) am Freitag.

Denn die wissenschaftlichen Beweise seien klar. „Der in diesem Jahr publizierte Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses fĂŒr KlimaĂ€nderungen (IPCC) zeigt, dass die Durchschnittstemperatur bereits auf 1,1 Grad angestiegen ist im Vergleich zum vorindustriellen Niveau“, sagte Berset gemĂ€ss Redetext.

Dies bedrohe „unsere Ressourcen und beeintrĂ€chtige die Ökosysteme“. Auf der ganzen Welt wĂŒrden Menschen wegen extremer Hitze sterben, Infektionskrankheiten verbreiteten sich schneller und „Millionen von Menschen leiden unter ErnĂ€hrungsunsicherheit und Wasserknappheit“.

Ohne schnelles und kohĂ€rentes Handeln der Weltgemeinschaft werde sich die Situation weiter verschlechtern, sagte der BundesprĂ€sident. Es gebe noch eine kleine Chance, das Ziel von 1,5 Grad zu erreichen. „Das ist aber nur möglich, wenn alle Staaten sich engagieren.“

Daher unterstĂŒtze die Schweiz das Ziel, „die weltweite KapazitĂ€t an erneuerbaren Energien bis 2030 zu verdreifachen und die Energieeffizienz zu verdoppeln. Gleichzeitig brauche es klare Verpflichtung, bis 2040 aus der Kohle und bis 2050 aus den fossilen EnergietrĂ€gern auszusteigen, sagte Berset in seiner Rede.

Die Schweiz selbst investiere „mehr als 3,2 Milliarden Franken, um Heizsystemen zu ersetzen und klimafreundlicher GeschĂ€ftspraktiken zu fördern“.

Ein weiteres Thema auf der Agenda war der an der COP27 beschlossene Fonds fĂŒr Verluste und SchĂ€den. Die Staaten haben sich auf die GrundzĂŒge des Fonds geeinigt. „Dieser soll besonders die Ă€rmsten und vom Klimawandel besonders betroffenen LĂ€nder unterstĂŒtzen“, schrieb das EDI in der Mitteilung.

Die Schweiz begrĂŒsse, dass der Fonds schnell seine Arbeit aufnehmen könne. Sie hĂ€tte sich jedoch gewĂŒnscht, dass alle LĂ€nder, die einen hohen Ausstoss und die finanziellen Mittel haben, zu BeitrĂ€gen aufgefordert werden.

In den nĂ€chsten vier Jahren wird die Schweiz 135 Millionen Franken fĂŒr den GrĂŒnen Klimafond und weitere, insgesamt 36 Millionen Franken fĂŒr andere Fonds und Institutionen bereitstellen.

Berset nimmt im Rahmen der COP28 bis am (morgigen) Samstag auch an Diskussionen zur Klimafinanzierung und an der Lancierung des Klimaklubs der G7 teil. Voraussichtlich am 8. Dezember wird Bundesrat Albert Rösti, Vorsteher des Eidgenössischen Departements fĂŒr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), nach Dubai reisen.

(text:sda/bild:keystone)