4 Oktober 2021

Berner Forscherin bestieg mit Patapoutian das Berner MĂŒnster

Der diesjĂ€hrige Medizin-NobelpreistrĂ€ger Ardem Patapoutian sei bei einem Besuch in Bern hellbegeistert von der Stadt gewesen, erzĂ€hlt eine Berner Forscherin. Bei einem gemeinsamen Ausflug aufs Berner MĂŒnster zeigte sie sich vom US-Wissenschaftler beeindruckt – nicht nur wegen seiner Forschung.

Im Oktober 2019 verweilte der US-Forscher ferienhalber in der Schweiz. Trotz seines Urlaubs habe er sich bereit erklĂ€rt, einen “unglaublich spannenden Vortrag bei uns zu halten”, sagte Christine Peinelt, Professorin am Institut fĂŒr Biochemie und Molekulare Medizin der UniversitĂ€t Bern, im GesprĂ€ch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er habe ĂŒber die von ihm entdeckten Piezo-KanĂ€le gesprochen.

Am Montag erhielt Ardem Patapoutian gemeinsam mit David Julius den Nobelpreis fĂŒr Physiologie und Medizin. Die Wissenschaftler knackten die molekularen Mechanismen unserer Sinneswelt fĂŒr Hitze- und Druckempfinden.

Nach dem Vortrag bestieg Peinelt gemeinsam mit Patapoutian das Berner MĂŒnster: “Oben angekommen, war ich ganz ausser Atem”, so die Forscherin. Denn es stellte sich heraus: “Ardem Patapoutian ist im Gegensatz zu mir MarathonlĂ€ufer!”

Zu den Errungenschaften des NobelpreistrĂ€gers David Julius gehört die Entdeckung von TRPV1-KanĂ€len. Mit einem Vertreter dieser Kanal-Familie beschĂ€ftigen sich auch Peinelt und ihr Kollege Hugues Abriel im Rahmen des Nationalen Kompetenzzentrums NCCR TransCure. Sie untersuchen die Rolle von TRPM4 in der Herzpathophysiologie und in Prostatakrebszellen. “Vermutlich kommt TRPM4 in Prostatakrebszellen hĂ€ufig vor”, erklĂ€rte die Berner Forscherin. Dies trage womöglich dazu bei, dass Krebszellen ungebremst wachsen und metastasieren wĂŒrden. “Könnte man diesen Schalter blockieren, könnte man diese VorgĂ€nge vielleicht stoppen.” Sie betont aber, dass man sich hierbei noch in der Grundlagenforschung befinde.

(text:sda/bild:beo)