31 Januar 2022

Berner Berufsfachschulen werden neu organisiert

Im Rahmen des Projekts «Berufsfachschulen 2020» wird die Anzahl Standorte fĂŒr einzelne Berufe angepasst, bei weiteren Berufen wird aktuell auf VerĂ€nderungen verzichtet. Der Steuerungsausschuss berĂŒcksichtigt die Eingaben der Konsultation. Die Gesamtlösung stĂ€rkt insbesondere die regionalen Standorte.

Das Zwischenergebnis des Projekts «Berufsfachschulen 2020» wurde im Herbst 2021 in Konsultation gegeben. Das Projekt hat zum Ziel, die Lehrberufe optimal auf die Schulstandorte zu verteilen und dabei die rasche Entwicklung in den Berufsfeldern sowie die demografischen Trends zu berĂŒcksichtigen. Im Rahmen der Konsultation gingen knapp 200 Stellungnahmen ein. Die Konsultation richtete sich insbesondere an die Organisationen der Arbeitswelt (OdA), Lehrbetriebe, Regionen und Gemeinden, Berufsfachschulen, Sozialpartner, SchulrĂ€te und Lehrpersonen.

Auf Empfehlung des Steuerungsausschusses werden einzelne Berufe an neue respektive andere Standorte verschoben. Die Gesamtlösung stĂ€rkt dabei die regionalen Standorte. Der stark wachsende Beruf Fachfrau/Fachmann Betreuung, Fachrichtung Kinder, welcher heute deutschsprachig ausschliesslich an der BFF Bern beschult wird, wird neu in allen vier Verwaltungsregionen – also neu auch an den Schulen BWZ Lyss, BZI Interlaken und BFS Langenthal – angeboten. Bei einigen Berufen mit stark sinkenden Lernendenzahlen wurde entschieden, die Anzahl Standorte zu reduzieren. So gibt beispielsweise das BBZ Biel seine deutschsprachigen Automobil-Fachleute sowie die Lernenden des Berufs BĂ€cker/in-Konditor/in- Confiseur/in an andere Schulstandorte ab. Durch diese ZusammenschlĂŒsse können wieder grössere Einheiten gefĂŒhrt werden, was den Austausch unter den Lehrpersonen verbessert und die QualitĂ€t erhöht. Die geplanten VerĂ€nderungen tragen auch dazu bei, die Profile der Berufsfachschulen zu schĂ€rfen.
In den Berufen der Informatik und Mediamatik sowie der kaufmĂ€nnischen Grundbildung und des Detailhandels haben sich die betroffenen Berufsfachschulen respektive die Regionen stark eingebracht und eigene LösungsvorschlĂ€ge, wie das Modell der Leitschulen, erarbeitet. Das BBZ Biel, die gibb Bern und die Schule fĂŒr Gestaltung Bern und Biel (SfG BB) werden die Informatik und Mediamatik gemeinsam verantworten. Die gibb Bern bleibt Leitschule fĂŒr die Informatik und das BBZ Biel fĂŒr die Mediamatik. Die SfG BB ergĂ€nzt die Ausbildung mit ihren gestalterischen Kompetenzen. In der kaufmĂ€nnischen Grundbildung werden die Lernenden vom BWZ Lyss neu an der BFB Biel unterrichtet.

Bei weiteren Berufen wird aufgrund der KonsultationsrĂŒckmeldungen derzeit auf die Umsetzung der angedachten VerĂ€nderungen verzichtet. Dies betrifft insbesondere die Berufe der Elektro- und Metallbaubranche. Zugunsten der Zweisprachigkeit gibt es auch keine Standortreduktion bei den Köchinnen/Köchen und Coiffeusen/Coiffeuren. Ebenso wird vorlĂ€ufig von der Umsiedelung der Polymechaniker/innen und Automatiker/innen vom Bildungszentrum Interlaken ans IDM Thun abgesehen. Die Idee eines MEM-Zentrums am Berufsbildungszentrum IDM Thun wird gemeinsam mit den Verbundpartnern weiterverfolgt.

Das Projekt hat die Entwicklung von neuen Zusammenarbeitsmodellen gefördert. Mit dem Abschluss der Konzeptphase wird das Projekt in der aktuellen Form beendet. Die Bildungs- und Kulturdirektion nimmt die Umsetzung in Zusammenarbeit mit den betroffenen OdA und Schulen an die Hand. Die Umsetzung erfolgt ab Schuljahr 2023/2024.

(text:pd/bild:pixabay)