12 Februar 2023

Berlin: „Arm, aber sexy“ war gestern

„Arm, aber sexy“ – so hatte der fr├╝here Berliner Regierende B├╝rgermeister Klaus Wowereit (2001-2014) die deutsche Hauptstadt einmal charakterisiert. In der Tat war Berlin lange Zeit wirtschaftlich eher schwach – als Folge jahrzehntelanger Teilung und kommunistischer Planwirtschaft im Osten der Stadt.

Dank einer regen Start-up-Szene und des Tourismus ist die Wirtschaft in den vergangenen Jahren aber deutlich gewachsen. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt wieder ├╝ber dem deutschen Durchschnitt, und Berlin steht an sechster Stelle der 16 Bundesl├Ąnder.

Mit rund 3,8 Millionen Einwohnern ist Berlin die mit Abstand gr├Âsste Stadt in Deutschland und zugleich ein eigenes Bundesland. Deutsche Hauptstadt wurde sie erstmals 1871. Nach den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs wurde der Ostteil mit rund einem Drittel der Bev├Âlkerung Hauptstadt der DDR, w├Ąhrend der Westteil unter Obhut der Alliierten einen Sonderstatus genoss.

Von 1961 bis 1989 trennte eine Mauer beide Teile. Nach der Wiedervereinigung 1990 ging die meiste Industrie verloren, und Berlin wurde zum gr├Âssten Nehmerland im Finanzausgleich zwischen armen und reichen deutschen Bundesl├Ąndern.

Die einst arme Hauptstadt im reichen Land gilt als Zentrum der K├╝nstler und Kreativen. Und immer mehr Touristen zieht es in die geschichtstr├Ąchtige Weltstadt, wo 2021 das Humboldt Forum im rekonstruierten Stadtschloss er├Âffnete.

2019, dem letzten Jahr vor Corona, kamen fast 14 Millionen G├Ąste, davon knapp 40 Prozent aus dem Ausland. Nach dem scharfen Einbruch 2020 geht es schon wieder aufw├Ąrts mit den Besucherzahlen.

(text:sda/bild:unsplash)