2 Januar 2023

Benedikt XVI. aufgebahrt – Zehntausende GlĂ€ubige nehmen Abschied

Zehntausende GlÀubige stehen seit Montag in Rom Schlange, um dem gestorbenen Benedikt XVI. die letzte Ehre zu erweisen. Der emeritierte Papst wurde am Morgen in den Petersdom gebracht und dort öffentlich aufgebahrt.

Er liegt vor dem Hauptaltar auf Kissen gebettet, die HĂ€nde sind gefaltet. Nachdem um kurz nach 9.00 Uhr die Pforten der Basilika geöffnet worden waren, zogen die Menschen ĂŒber den Mittelgang nach vorne und an dem Leichnam vorbei.

Vor der Kirche und den Sicherheitskontrollen standen die Leute auf dem Petersplatz lange Schlange. Manche warteten seit der Nacht, um Einlass zu bekommen. In der Kirche zĂŒckten viele ihre Smartphones fĂŒr SchnappschĂŒsse. Andere beteten fĂŒr den Papa Emeritus. Die vatikanische Gendarmerie schĂ€tzte, dass bis 14.00 Uhr rund 40 000 Menschen in den Dom gekommen seien.

Benedikt war am Samstagmorgen im Alter von 95 Jahren gestorben. Danach wurde er in der Kapelle des Vatikan-Klosters Mater Ecclesiae, in dem er nach dem RĂŒcktritt als Papst im Jahr 2013 fast zehn Jahre lang gelebt hatte, aufgebahrt. Freunde und frĂŒhere WeggefĂ€hrten kamen dort zum Leichnam, auch Benedikts Nachfolger Franziskus war dort.

Ob der amtierende Papst vor der Trauerfeier am Donnerstag auch noch einmal in den Dom gehen wolle, sagte Vatikan-Sprecher Matteo Bruni am Montag nicht. DafĂŒr bestĂ€tigte er, dass Benedikt in der Krypta unter dem Petersdom im einstigen Grab seines VorgĂ€ngers Johannes Paul II. beigesetzt werden soll. Die sterblichen Überreste des beliebten Polen waren wĂ€hrend des Heiligsprechungsprozesses in den Hauptraum des Petersdoms gebracht worden – in die NĂ€he der PietĂ  des Michelangelo.

Benedikts Leichnam war am Montagmorgen von einem Kleinbus den kurzen Weg vom Kloster zum Petersdom gebracht worden. Anschliessend gab es eine kleine, nicht-öffentliche Zeremonie, an der unter anderem sein langjÀhriger PrivatsekretÀr Georg GÀnswein teilnahm. Links und rechts des toten Papstes steht jeweils Schweizergardist.

Unter den ersten TrauergĂ€sten war Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni. StaatsprĂ€sident Sergio Mattarella war kurz vor 9.00 Uhr in der Basilika. Bis 19.00 Uhr sollten die Tore des Petersdoms am Montag fĂŒr Besucher geöffnet sein, am Dienstag und Mittwoch können Menschen von 7.00 bis 19.00 Uhr in die Kirche kommen.

Am Donnerstag ist dann der grosse Trauergottesdienst geplant, den um 9.30 Uhr Franziskus selbst zelebrieren will. Dass ein Papst einen anderen beerdigt, ist als Folge von Benedikts spektakulĂ€rem RĂŒcktritt 2013 ein historischer Vorgang. Zu dem Requiem, das nach dem Wunsch von Benedikt schlicht gehalten sein dĂŒrfte, werden laut offiziellen Angaben bis zu 60 000 Menschen erwartet.

(text&bild:sda)