31 MĂ€rz 2024

BemĂŒhungen um Geisel-Deal und Gaza-Feuerpause gehen weiter

Im BemĂŒhen um einen Deal zur Freilassung weiterer Geiseln und eine Feuerpause im Gaza-Krieg ist eine israelische Delegation Medienberichten zufolge am Sonntag in Kairo eingetroffen. Ziel der neuen GesprĂ€che in der Ă€gyptischen Hauptstadt sei es, zunĂ€chst auszuloten, ob es ĂŒberhaupt Sinn mache, dass sich die israelischen Geheimdienstchefs in den kommenden Tagen an den indirekten Verhandlungen beteiligten, berichtete die „Times of Israel“ unter Berufung auf einen israelischen Vertreter. Israel sei „enttĂ€uscht“ vom Vermittler Katar. Dort waren die Verhandlungen zuletzt gefĂŒhrt worden, bevor sie vor einigen Tagen platzten.

Seit Wochen vermitteln die USA, Katar und Ägypten zwischen Israel und der islamistischen Hamas, um eine neue Feuerpause und einen Austausch aus Israel verschleppter Geiseln gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge zu erreichen. Direkt verhandeln Israel und die Hamas nicht.

Ein Hamas-AnfĂŒhrer, Osama Hamdan, sagte dem arabischen Sender Al-Dschasira am Sonntag, seine Organisation fordere weiterhin ein Ende der israelischen Angriffe, einen israelischen Abzug aus dem Gazastreifen, die RĂŒckkehr der BinnenflĂŒchtlinge in den Norden des Gazastreifens sowie einen Wiederaufbau des KĂŒstenstreifens. Israel lehnt das ab. Israels Ziel ist es, die Hamas zu zerschlagen. Hamdan warf Israel vor, die Verhandlungen zu behindern.

Der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu warf dagegen am Sonntag der Hamas vor, sie habe ihre Positionen verhĂ€rtet, wĂ€hrend Israel FlexibilitĂ€t gezeigt habe. Die Terrororganisation fordere eine „unkontrollierte RĂŒckkehr“ von Menschen in den Norden des Gazastreifens, „einschliesslich der Hamas-Terroristen“. Er bekrĂ€ftigte, ein Sieg ĂŒber die Hamas sei nur mit einer Offensive in der Stadt Rafah an der Grenze zu Ägypten möglich. „Wir werden die Hamas-Bataillone in Rafah zerstören.“

Die Vereinten Nationen sowie Israels VerbĂŒndete, darunter die USA und Deutschland, haben gewarnt, ein solcher Einsatz werde die bereits katastrophale humanitĂ€re Lage dort verschlimmern und die dringend benötigte Grundversorgung mit humanitĂ€rer Hilfe verhindern. In der Stadt leben derzeit nach SchĂ€tzungen mehr als eine Million Menschen – die meisten von ihnen FlĂŒchtlinge aus anderen Teilen des Gazastreifens.

(text:sda/bild:keystone)