3 Januar 2023

Bauern blasen zum Kampf gegen Landschaftsinitiative

Der Schweizer Bauernverband fĂŒrchtet eine zu starke Einengung der Lebensmittelproduktion durch mehr Auflagen bei der Raumplanung. Er hat am Dienstag an seiner Jahresmedienkonferenz das Parlament zur Ablehnung der Landschaftsinitiative der UmweltverbĂ€nde aufgerufen.

Die im MĂ€rz 2019 lancierte Volksinitiative will die Trennung von Baugebiet und Nichtbauzone in der Bundesverfassung verankern und hat zum Ziel, die bebaute FlĂ€che ausserhalb der Bauzonen einzufrieren. Den Bauern geht dies zu weit. Sie fĂŒrchten, unter UmstĂ€nden nicht mehr wirtschaftlich arbeiten zu können. Sie plĂ€dierten fĂŒr einen “sinnvollen” indirekten Gegenvorschlag.

Das Hauptanliegen bei der Revision des Raumplanungsgesetzes des Schweizer Bauernverbands ist, dass die BauflÀchen in den Landwirtschaftszonen nicht plafoniert werden, teilte Martin Rufer, Direktor des Schweizer Bauernverband, an der Medienkonferenz in Gerzensee BE mit.

Somit sollen auch weiterhin neue GebÀude in diesem Zonentyp möglich sein. Nur so könne, gemÀss dem Verband, die Landwirtschaft innovativ und unternehmerisch bleiben.

Da sich die Anforderungen an den Tierschutz ĂŒber die Jahre geĂ€ndert haben, seien fĂŒr die gleiche Anzahl Tiere grössere und zeitgemĂ€sse StĂ€lle fĂŒr die gerechte Tierhaltung nötig. Diese könnten nur erstellt werden, wenn die GebĂ€udeflĂ€che in der Landwirtschaftszone nicht begrenzt werde, so der Verband.

Zudem sei fĂŒr die Bauernbetriebe wichtig, die GebĂ€ude nahe an den Kulturen und Tieren erstellen zu können. So blieben die Geruchs- oder LĂ€rmimmissionen weiter weg von der Wohnbevölkerung, welche in den Siedlungsgebieten lebt.

Ein weiteres Anliegen des Verbands ist die Nutzung von GebĂ€uden fĂŒr HoflĂ€den fĂŒr die Direktvermarktung. Diese sei aber, wann immer möglich, in bestehenden Bauten unterzubringen, sagte Anne Challandes, PrĂ€sidentin des Schweizerischen BĂ€uerinnen und Landfrauenverbands.

Ausserdem seien touristische Angebote von der Bevölkerung gefragt und diese wĂŒrden nur im Zusammenhang mit den Landwirtschaftsbetrieben funktionieren. Diese stellen insbesondere fĂŒr kleinere Betriebe eine “dringend benötigte” ergĂ€nzende Einkommensquelle dar, so der Verband.

Der Schweizer Bauernverband sei sich bewusst, dass ein sparsamer Umgang mit dem Boden Pflicht sei, trotzdem mĂŒsse es seiner Meinung nach möglich bleiben, moderne GebĂ€ude zu errichten und zu erweitern.

(text:sda/bild:unsplash)